Neue Galgenfrist beflügelt europäische Aktienmärkte
veröffentlicht am 09.02.2012

EURO-STOXX-50/STOXX-50: Die neue Galgenfrist der Troika für Griechenland dürfte die europäischen Aktienmärkte mit Kursgewinnen starten lassen. Auch der als gutes Maß für die Risikobereitschaft der Anleger geltende Euro zieht zum Dollar an. Offenbar haben EU, EZB und IWF den Hellenen 15 Tage mehr Zeit eingeräumt, um weitere Einsparmöglichkeiten auszumachen.
Berlin - EURO-STOXX-50/STOXX-50: Die neue Galgenfrist der Troika für Griechenland dürfte die europäischen Aktienmärkte mit Kursgewinnen starten lassen. Auch der als gutes Maß für die Risikobereitschaft der Anleger geltende Euro zieht zum Dollar an. Offenbar haben EU, EZB und IWF den Hellenen 15 Tage mehr Zeit eingeräumt, um weitere Einsparmöglichkeiten auszumachen. Daneben könnten vor allem die Notenbanker im Tagesverlauf für neue Impulse sorgen. Die BoE dürfte abermals das Volumen des Kaufprogramms für Staatsanleihen aufstocken. Die meisten Ökonomen erwarten einen Aufschlag von 50 Milliarden Pfund, einige Volkswirte rechnen gar mit zusätzlichen 75 Milliarden Pfund. Auch die EZB wird über ihre Geldpolitik entscheiden, im Gegensatz zur BoE dürfte die Notenbank aber zunächst weiter Kurs halten. Am Vortag hatten die Börsen frühe Gewinne im Verlauf vollständig abgegeben. Im Handel war von genervten Anlegern die Rede. Nach tagelangem vergeblichen Warten auf die erlösende Nachricht aus Griechenland hätten Investoren Kasse gemacht.
DAX/MDAX/TECDAX: Knapp behauptet - Gesucht waren Bankenaktien, gestützt von Hoffnungen auf eine Einigung in Griechenland. Deutsche Bank gewannen 1,5 Prozent, Commerzbank gar 7,6 Prozent. Die Aktie wurde zusätzlich gestützt von Spekulationen über eine rasche Integration der Tochter Eurohypo. ThyssenKrupp stiegen um 2 Prozent, im Einklang mit europaweiten Kursgewinnen im Stahlsektor. Salzgitter legten um 4,1 Prozent, Klöckner um 3,4 Prozent zu. Zu den größten Abgebern zählten Gerresheimer, die 8,9 Prozent verloren. Sowohl der Umsatz als auch der Betriebsgewinn 2011 lagen unter den Konsensprognosen.
DAX-FUTURES: Etwas fester - Nach der Rally seit Jahresbeginn nehme die Bereitschaft für Gewinnmitnahmen zu, hieß es aus dem Handel. Nach oben gilt es die Marke von 6.792 Punkten zu überwinden; das würde Potenzial bis 6.840 Punkte eröffnen. Nach unten liegen Unterstützungen um 6.750 und dann 6.700 Punkte. Das Tageshoch lag bei 6.835 und das Tagestief bei 6.737 Punkten.
RENTEN-FUTURES: Etwas leichter - Für einen wieder zuversichtlicheren Blick auf die Verhandlungen in Athen hatten bereits am Vortag Berichte über eine Beteiligung der EZB an einem Schuldenschnitt für die Hellenen gesorgt. "Zudem ist das technische Umfeld für die Bund-Futures eher kritisch zu beurteilen", so Viola Stork von der Landesbank Hessen-Thüringen. Das Tageshoch lag bei 137,96 und das Tagestief bei 137,50 Prozent.
DEVISENMARKT: Der Euro profitiert von der Meldung, dass EU, EZB und IWF den Hellenen 15 Tage mehr Zeit eingeräumt haben, um weitere Einsparmöglichkeiten auszumachen. Zuletzt hatten sich die Führer der Parteien des Landes nicht auf die geforderte Kürzung bei den Zusatzrenten einigen können. "Es ist ein reiner Sentiment-Markt, der von solchen Schlagzeilen getrieben wird", sagt ein Händler.
ÖLMARKT: Etwas fester - Eine deutlich geringere Zunahme der US-Lagerbestandsdaten als erwartet hat für leicht steigende Ölpreise gesorgt. Die Nachfrage sei insgesamt aber weiter schwach, was den Markt anhaltend belaste, ergänzte ein Teilnehmer. An der Nymex erhöhte sich der nächstfällige März-Kontrakt auf ein Barrel Leichtöl der Sorte WTI um 0,3 Prozent bzw 0,30 Dollar auf 98,71 Dollar. Der März-Kontrakt auf die europäische Referenzsorte Brent kletterte an der ICE um 0,8 Prozent bzw 0,97 Dollar auf 117,20 Dollar. (© Dow Jones)







