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Brasilianischer Polizistenstreik gefährdet weltberühmten Karneval

veröffentlicht am 08.02.2012


Ein groß angelegter Polizistenstreik droht die Feierlichkeiten zum weltberühmten brasilianischen Straßenkarneval in der kommenden Woche zu gefährden. In Salvador, der Hauptstadt des Bundeslandes Bahia, hielten rund 300 streikende Polizisten und deren Angehörige das Regionalparlament weiter besetzt. Etwa 1.000 Soldaten und Bundespolizisten umstellten das Parlamentsgebäude in der Hauptstadt Salvador da Bahia und patrouillierten in der historischen Altstadt sowie an den Stränden.

 

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Salvador da Bahia - Ein groß angelegter Polizistenstreik droht die Feierlichkeiten zum weltberühmten brasilianischen Straßenkarneval in der kommenden Woche zu gefährden. In Salvador, der Hauptstadt des Bundeslandes Bahia, hielten rund 300 streikende Polizisten und deren Angehörige das Regionalparlament weiter besetzt. Etwa 1.000 Soldaten und Bundespolizisten umstellten das Parlamentsgebäude in der Hauptstadt Salvador da Bahia und patrouillierten in der historischen Altstadt sowie an den Stränden. Die Beamten waren vor acht Tagen in den Streik getreten und hatten das Parlamentsgebäude besetzt, um höhere Löhne durchzusetzen.


Zwar seien in den Verhandlungen mit den Polizisten einige Fortschritte gemacht worden, hieß es am Dienstag aus Kreisen der Unterhändler. Eine Einigung sei jedoch noch nicht erzielt worden.


"Es ist klar, dass dieses Jahr kein Karneval stattfindet", sagte Iosvaldo Cardoso de Jesus, ein 35-jähriger Polizist im Ausstand, der sich vor dem Parlamentsgebäude mit seinen Kollegen solidarisierte. "Wenn wir nicht auf den Straßen patrouillieren, wäre Karneval ein tödliches Chaos", sagte er. Der Karneval von Salvador da Bahia ist nach den Feiern in Rio de Janeiro der zweitgrößte in Brasilien.


Seit Beginn des Streiks hat sich die Mordrate in Salvador da Bahia auf etwa 100 Opfer verdoppelt. Gouverneur Jaques Wagner warf den Beamten vor, hinter der Welle der Gewalt zu stecken. Die Polizisten wollten ein "Blutbad" anrichten, um eine Atmosphäre der Angst zu schaffen, sagte Wagner. Einige Beamte wurden festgenommen, weil sie plündernde Banden gesteuert und Polizeifahrzeuge gestohlen haben sollen.


Bereits am Wochenende waren zahlreiche Konzerte und Feiern im Vorfeld des Karnevals aus Angst vor Gewalt abgesagt worden. Die Behörden befürchten, die unsichere Lage könnte einen Teil der 800.000 erwarteten Touristen abschrecken. Für Brasilien ist der Karneval ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Die Touristen geben jedes Frühjahr umgerechnet rund 380 Millionen Euro im Land aus. Wegen des Streiks haben bereits zehn Prozent der Touristen ihre Reise nach Bahia abgesagt.


Kurz vor der Abstimmung im Regionalparlament des Staates Rio über eine Lohnerhöhung drohte die Gewerkschaft des öffentlichen Dienstes ebenfalls mit Streiks. Sollten Polizisten, Feuerwehrleute und Justizvollzugsbeamte keine höheren Gehälter erhalten, würden die Beamten ab Freitag in den Ausstand treten, teilte die Gewerkschaft mit. Für den Karneval von Rio de Janeiro wäre ein Streik eine Katastrophe.


Sollten die Feierlichkeiten zum Straßenkarneval tatsächlich beeinträchtigt werden, würde das Zweifel an der Durchführbarkeit der beiden sportlichen Großereignisse nähren, die Brasilien bevorstehen: der Fußballweltmeisterschaft in zwei Jahren und der Olympischen Spiele 2016 in Rio. Für 2014 ist Salvador de Bahia als ein Spielort fest im WM-Kalender eingeplant.


Der Gouverneur von Rio zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass die Polizisten jetzt nicht streiken würden. "Wenn sie diesen Beruf annehmen, wissen sie, dass ihr Job wichtig ist", sagte Sergio Cabral. "Ich hege keine Zweifel, dass wir die Sicherheit während des Karnevals gewährleisten können."


Vor dem Regionalparlament in Rio de Janeiro bezogen am Dienstag Bereitschaftspolizisten Stellung und errichteten Absperrungen, während sich die Abgeordneten auf die Abstimmung über eine Lohnerhöhung um 39 Prozent für die betroffenen Berufsgruppen vorbereiteten.  (© AP)



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