Kältewelle fordert in Polen weitere Menschenleben

veröffentlicht am 07.02.2012


Die extreme Kältewelle hat in Polen weitere Menschenleben gefordert. Nach Angaben des polnischen Innenministeriums fanden seit Montag sechs Menschen bei Minustemperaturen den Tod. Eine Ministeriumssprecherin sagte am Dienstag, drei weitere Menschen seien Kohlenmonoxidvergiftungen erlegen, nachdem sie die Heizungsabgase einatmeten.

 

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Saloniki - Die extreme Kältewelle hat in Polen weitere Menschenleben gefordert. Nach Angaben des polnischen Innenministeriums fanden seit Montag sechs Menschen bei Minustemperaturen den Tod. Eine Ministeriumssprecherin sagte am Dienstag, drei weitere Menschen seien Kohlenmonoxidvergiftungen erlegen, nachdem sie die Heizungsabgase einatmeten. In der montenegrinischen Hauptstadt Podgorica deckte starker Wind Dächer ab und brachte Bäume zum Umstürzen. In Teilen der Stadt fiel der Strom aus.


Krankenhäuser in der kroatischen Stadt Split an der sonst mit milden Temperaturen gesegneten Adriaküste kämpften mit einem Ansturm von Verletzten, die auf Schnee und Eis ausrutschten. Die Behörden in Litauen meldeten seit Jahresbeginn 23 Kältetode. In einem Vorort der serbischen Hauptstadt Belgrad kam eine 30-jährige Frau ums Leben, als riesige Eis- und Schneemengen sie unter sich begruben.


Auch Italien hatte die Kältewelle weiter fest im Griff: Minustemperaturen ließen sogar Teile der Hauptwasserstraße Canal Grande in der Lagunenstadt Venedig gefrieren. Unterdessen kämpfte der Süden des Landes mit ungewöhnlichem Schneefall, der vielerorts für Stromausfälle sorgte. Tausende Menschen waren betroffen.


Wegen schwerer Überschwemmungen riefen die Behörden im Nordosten Griechenlands unterdessen den Notstand aus. Retter befreiten fünf Personen aus den Fluten des Flusses Evros, der nach mehreren Tagen schweren Regens über die Ufer getreten war. Das betroffene Gebiet liegt an der Grenze zu Bulgarien und der Türkei.


Bereits in der Nacht zum Dienstag wurden mehrere Anwohner aus Dörfern in der Region in Sicherheit gebracht. Zudem wurde der Verkehr im Norden Griechenlands durch schweren Schneefall behindert. In abgelegenen Gegenden fiel der Strom aus. Bei einer Springflut auf der Insel Symi in der Ägäis kam eine 40-jährige Frau ums Leben.


Am Montag war ein Staudamm des Stausees Iwanowo am oberen Flusslauf in Bulgarien gebrochen und hatte die Ortschaft Bisser überschwemmt. Dabei kamen acht Menschen ums Leben, etwa 700 Häuser wurden überflutet.


Die Straßen des Dorfes waren von einer dicken Schlammschicht bedeckt, entwurzelte Bäume und kaputte Autos versperrten die Straßen. Angestellte des Veterinäramts sammelten Kadaver ein. Die etwa 800 Einwohner wurden mit Wasser, Essen und Medizin versorgt.


Die Behörden riefen am Dienstag einen Tag der Trauer aus. Der bulgarische Präsident Rosen Plewneliew und die EU-Kommissarin für Humanitäre Hilfe, Kristalina Georgiewa, besuchten am Dienstag den Ort, um sich ein Bild von der Lage zu machen.


Veselin Toschikov ist Korrespondent der AP  (© AP)



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