Europas Börsen leicht im Minus
veröffentlicht am 07.02.2012

© Europäische Kommission
Leicht im Minus tendieren Europas Aktienmärkte am Dienstagmittag. Angesichts der Hängepartie in Athen fehle es an neuen Impulsen, heißt es im Handel. "Der Druck auf Athen hat sich aber in den vergangenen Tagen so auffallend erhöht, dass der Markt von einer Lösung noch in dieser Woche ausgeht", sagt ein Händler.
Frankfurt - Leicht im Minus tendieren Europas Aktienmärkte am Dienstagmittag. Angesichts der Hängepartie in Athen fehle es an neuen Impulsen, heißt es im Handel. "Der Druck auf Athen hat sich aber in den vergangenen Tagen so auffallend erhöht, dass der Markt von einer Lösung noch in dieser Woche ausgeht", sagt ein Händler. An der Wortwahl hochrangiger Politiker wie Merkel und Sarkozy lasse sich erkennen, dass das ständige Lavieren Athens nicht mehr toleriert werde. Der Euro-Stoxx-50 verliert gegen 12.30 Uhr 0,5 Prozent oder 13 auf 2.495 Punkte, der Stoxx-50 0,5 Prozent oder 12 auf 2.490 Zähler.
Daneben stehen zahlreiche Quartalsdaten im Blick, etwa von ArcelorMittal, UBS, BP und GlaxoSmithKline. Am Nachmittag äußert sich dann Fed-Chairman Ben Bernanke zu den Aussichten der US-Wirtschaft vor dem Haushaltsausschuss des Senats.
Tonfall gegenüber Griechenland schärfer - Pleite könnte eingepreist sein
Auch eine Pleite Griechenlands dürfte nun kaum noch schaden: Marktbeobachter geben sich zunehmend zuversichtlich, dass die Finanzmärkte in der Zwischenzeit ausreichend auf eine Insolvenz Griechenlands vorbereitet seien. Wichtig sei allerdings, dass die EZB und die EU energisch eingriffen, um eine Ansteckung in andere Länder der Peripherie zu verhindern.
Die Citigroup rechnet mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent nach zuvor 25 bis 30 Prozent damit, dass Griechenland in den kommenden 18 Monaten die Eurozone verlassen wird. Grund für die erhöhte Wahrscheinlichkeit sei der Unwille der Gläubiger aus der Eurozone, dem Land weitere Hilfen zu gewähren, während es gleichzeitig nicht die Vorbedingungen erfülle.
Die Kosten eines Ausscheidens für die restliche Eurozone dürften unterdessen moderat ausfallen, zumal die Ansteckungsängste nach einem Austritt Griechenlands von der Politik notfalls eingedämmt werden dürften. In Athen werden derweil die Gespräche der griechischen Koalitionspolitiker mit der Troika aus EU, IWF und EZB wieder aufgenommen. Die Gewerkschaften veranstalten unterdessen einen Generalstreik.
Fusion im Minen-Sektor - Xstrata und Glencore gehen zusammen
Xstrata reagieren mit Abschlägen auf die Details der Fusion mit Glencore. Diese entsprechen zwar den im Vorfeld in Medienberichten genannten Informationen, am Vortag hatte es im Handel jedoch noch geheißen, Glencore müsse möglicherweise noch einmal nachlegen. Glencore bietet 2,8 eigene Aktien für jede Xstrata-Aktie.
"Die meisten Details entsprechen den seit einer Woche zirkulierenden Gerüchten", heißt es von Numis Securities. Bei Betrachtung der "rohen Zahlen" erscheine das Synergieargument etwas übertrieben. Numis geht davon aus, dass die Fusion in der geplanten Form durchgehen wird. Die EU-Kommission könnte die Transaktion zwar unter die Lupe nehmen, es sei aber nicht davon auszugehen, dass der Deal scheitern werde. Xstrata geben um 2,8 Prozent auf 1.226 Pence nach, Glencore um 1 Prozent auf 456 Pence. Der Rohstoffsektor verliert 1,6 Prozent.
Airline-Sektor leidet unter Streik
Der Airline-Sektor ist am Dienstag nicht gefragt. Als Hauptbelastungsfaktor machen Händler den Pilotenstreik bei Air France aus. Laut Air France fallen am Dienstag bis zur Hälfte aller Langstreckenflüge aus. Der Streik, der am Montag begonnen hat, soll bis Donnerstag anhalten. Zu der Meldung von Air France passe, dass das Kabinenpersonal der Lufthansa das eigene Unternehmen wegen des Einsatzes von Leiharbeitern verklagt habe. Air France verlieren 1,9 Prozent auf 5,3 Euro und Lufthansa 2,3 Prozent auf 10,93 Euro.
ArcelorMittal nach Zahlen fest
ArcelorMittal legen nach Vorlage von Geschäftszahlen um 2,2 Prozent auf 16,51 Euro zu. Der Ausblick ist nach Einschätzung der Societe Generale ermutigend ausgefallen. Das Unternehmen hat angekündigt, dass sich das EBITDA im ersten Halbjahr 2012 besser als im zweiten Halbjahr 2011 entwickeln soll. Die Analysten begrüßen, dass das Management von einer besseren Stimmung im ersten Quartal spricht. Auch gebe es ermutigende Signale aus der US-Bauwirtschaft.
BP und UBS enttäuschen
Die Geschäftszahlen von BP sind dank einer niedrigeren Steuerquote besser als erwartet ausgefallen. Die geringe Steuerquote sei hauptsächlich auf den Verkauf von Unternehmensteilen zurückzuführen und daher nicht nachhaltig, gibt RBC zu bedenken. Das Raffineriegeschäft habe sich sogar 18 Prozent schlechter entwickelt als geschätzt. Die Aktie verliert darauf 1,5 Prozent auf 482 Pence.
Auch die schweizerische Großbank UBS hat im Schlußquartal 2011 drei Viertel weniger verdient als im Vorjahr und die Markterwartungen deutlich verfehlt. Der einstige Gewinntreiber - der Handel mit Aktien und Anleihen - brach ein. Im Investmentbanking fiel aufgrund der schwierigen Marktbedingungen ein Vorsteuerverlust an. Für das angelaufene Jahr äußerte sich die Bank dabei vorsichtig. Im vierten Quartal 2011 brach der Nettogewinn auf 393 Millionen Franken ein. Im Vorjahr hatte die Züricher Bank noch 1,66 Milliarden Franken verdient. Analysten hatten im Konsens zwar einen herben Einbruch erwartet, aber mit 739 Millionen Franken deutlich mehr erhofft. UBS verlieren 1 Prozent auf 13,09 Franken.
LVMH sacken um 3 Prozent auf 124,75 Euro ab. Hier hat die Großaktionärs-Familie Bulgari rund 4,5 Millionen Aktien am Markt platziert. Die Nachfrage nach den Titeln des Luxusgüter-Konzerns ist nach Händlerangaben ausgezeichnet gewesen. (© Dow Jones)




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