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Börse setzt nach gescheiterter Fusion auf Allianzen

veröffentlicht am 06.02.2012


Die Deutsche Börse AG setzt nach der gescheiterten Fusion mit dem amerikanischen Börsenbetreiber NYSE Euronext auf die Zusammenarbeit mit anderen Handelsplattformen. "Wir werden und müssen weitere Allianzen ausloten," sagte Vorstandsvorsitzender Reto Francioni im Interview mit der Financial Times Deutschland. Die Deutsche Börse habe keine Zeit, einer verpassten Chance nachzutrauern, dazu sei der Wettbewerb viel zu stark, fügte Francioni hinzu.

 

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Hamburg - Die Deutsche Börse AG setzt nach der gescheiterten Fusion mit dem amerikanischen Börsenbetreiber NYSE Euronext auf die Zusammenarbeit mit anderen Handelsplattformen. "Wir werden und müssen weitere Allianzen ausloten," sagte Vorstandsvorsitzender Reto Francioni im Interview mit der Financial Times Deutschland. Die Deutsche Börse habe keine Zeit, einer verpassten Chance nachzutrauern, dazu sei der Wettbewerb viel zu stark, fügte Francioni hinzu.


Im Fokus der Wachstumsstrategie stehe der Derivatehandel. "Wir werden mit Nachdruck unsere Positionen ausbauen, mit Schwerpunkt auf den Bereichen Derivateclearing, Risiko- und Sicherheitenmanagement", sagte der Manager. Darüberhinaus werde die Deutsche Börse besonders stark im Ausland wachsen. "Wir sind stark genug, auch wenn es jetzt länger dauern wird als mit einer Fusion," erklärte der Vorstandsvorsitzende. Besonders Asien sei von großer Bedeutung. "Fakt ist auch, dass Asien, allen voran China, über enorme Liquidität verfügt und weitere Liquidität anzieht."


Eine Klage gegen die Untersagung der Fusion durch die EU-Kommission hält sich die Deutsche Börse offen. "Wir behalten uns dies vor," sagte er. Ein Beschluss bezüglich juristischer Schritte könne allerdings erst fallen, wenn die Entscheidung der Kommission juristisch analysiert worden sei.


Francioni äußerte aber großes Unverständnis über die Entscheidung der EU-Kommission. Beim besten Willen könne er nicht verstehen, "wie ein Anteil im einstelligen Prozentbereich an einem Gesamtderivatemarkt marktbeherrschend sein soll". Besonders im Hinblick auf die angestrebte Regulierung der Derivatemärkte verstehe er das Veto der EU-Kommission nicht. Mit dem fusionierten Unternehmen Deutsche Börse und NYSE Euronext wäre es wesentlich einfacher gewesen, "das für das Finanzsystem hochrelevante Over-the-Counter-Geschäft stärker zu bändigen."


Für das laufende Geschäftsjahr zeigte sich Francioni zuversichtlich. "Wir erwarten auch für 2012 ein gutes Geschäftsjahr," sagte er.  (© Dow Jones)



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