Kunde soll nach fünf Jahren plötzlich über 400 Euro mehr bezahlen
Berlin / Rheine - Nach der Eurokrise und den darauffolgenden Ankündigungen möglicher Steuererhöhungen und drastischer Sparmaßnahmen aus der Politik geht eine neue Angst vor dem Teuro um. Ein erster Fall von drastischer Preiserhöhung ist jetzt bei einem der größten deutschen Internetdienstleister der Telekomtochter „STRATO“ bekanntgeworden.
„Mich hat der Schlag getroffen und ich war absolut sprachlos. Seit fünf Jahren bin ich jetzt Kunde bei STRATO und soll nun plötzlich über 400 Euro mehr im Jahr bezahlen. Das entspricht einer Preissteigerung von über 500 Prozent,“ berichtet Christian Pohl.
Aus der Presseabteilung von „STRATO“ heißt es zu dieser drastischen Preiserhöhung: „STRATO unterliegt den Gegebenheiten eines Marktes, der sich sehr schnell verändert. Nach Jahren der Preisstabilität muss „STRATO“ den Preis diesen veränderten Bedingungen anpassen. Ein Widerspruch gegen die Preiserhöhung hat zur Folge, dass „STRATO“ Ihre Verträge kündigen muss.“
„Ich empfand es als würde mir STRATO die Pistole auf die Brust setzen, entweder den neuen Preis zu akzeptieren oder man würde mir kündigen. Besonders zynisch war es, dass mir nach meinem Widerspruch telefonisch von einer Mitarbeiterin angeboten wurde, ich könnte doch Geld sparen, wenn ich auf eine meiner Internetdomains verzichten würde.“
Nach dem Widerspruch erhielt Christian Pohl prompt eine Kündigungsbestätigung von „STRATO“. „Natürlich sind jetzt alle meine Verträge gekündigt. Zum Glück habe ich auf dem Vergleichsportal webhostlist.de schnell eine viel günstigere Alternative gefunden,“ so der entäuschte Großkunde und fügt hinzu: „Ich glaube nicht, dass ich der einzige Fall bin. Hinter vorgehaltener Hand wurde mir von einem Insider mitgeteilt, dass nicht erst seit der sehr erfolgreichen 1&1 Kundenserviceoffensive unter dem Namen „Marcell Davis“ bei allen Marktbewerbern der Druck an den Vertrieb enorm zugenommen hätte.“
Die „STARTO AG“ hat in den letzten Jahren eine wechselhafte Vergangenheit hinter sich. Im Jahr der Gründung wurde „STARTO“ an „TELES“ verkauft. Später wurde „Freenet“ neuer Eigentümer und im letzten Jahr übernahm die „Deutsche Telekom“ das Unternehmen. Dies könnte auch ein Grund sein, warum bei „STRATO“ jetzt der Preiserhöhungsstift angesetzt wurde, vermutet Christian Pohl: „Die Telekom ist zu großen Teilen immer noch ein Staatsunternehmen und da stehen wohl auch die Tochterfirmen unter großen Druck. Ich denke es wird nötig, dass sich die Bundespolitik als Miteigentümer klar gegen solche 500-Prozentige Preiserhöhungen stellt, um kein Signal zur Nachahmung zu geben. Wer weiß, sonst kommen vielleicht auch noch andere Unternehmen, wie beispielsweise die Bahn, auf die Idee ihre Preise so drastisch anzuheben.“
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