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31. Dezember 2008

Bafög-Reform kommt Mittelschicht zugute



Frankfurt - Nach Einschätzung des Deutschen Studentenwerks werden künftig wieder mehr Kinder aus Mittelschichtsfamilien studieren. Die im August in Kraft getretene Bafög-Erhöhung löse einen Nachholeffekt aus, sagte der Generalsekretär des Studentenwerks, Achim Meyer auf der Heyde, der Nachrichtenagentur AP. Wegen der Erhöhung der Freibeträge und der Bedarfssätze kämen nun mehr Kinder der unteren Mittelschicht, die bisher aus finanziellen Gründen vom Studium abgehalten worden seien, in den Genuss der Ausbildungsförderung.

Zum laufenden Wintersemester beziehungsweise Schuljahr sind die Bedarfssätze für das Bafög erstmals seit Jahren wieder erhöht worden. Wegen höherer Freibeträge steigt die Zahl der Förderberechtigten - die Bundesregierung rechnet mit 100.000 zusätzlich Geförderten -, der Förderungshöchstsatz liegt nun bei 643 Euro. Gefördert werden Schüler und Studierende, die die Anspruchsvoraussetzungen erfüllen, wobei Schüler das Bafög als Vollzuschuss bekommen, während Studierende die Hälfte als zinsloses Darlehen erhalten und zurückzahlen müssen.

Die letzte Bafög-Reform im Jahr 2001 hat laut Meyer auf der Heyde bereits den Anteil von Arbeiterkindern an der Studierendenzahl von 12 Prozent im Jahr 2000 auf 18 Prozent im Jahr 2006 gesteigert. Bei der Mittelschicht sei die Bildungsbeteiligung allerdings zurückgegangen: «Die Eltern haben zu wenig Geld, um den Kindern ein Studium zu finanzieren, aber zu viel, um Bafög zu bekommen.» Dadurch seien viele vom Studium abgehalten worden. «Wir gehen davon aus, dass es nun einen Anstieg geben wird», sagte Meyer auf der Heyde.

Fast die Hälfte bekommt Vollförderung

Nach der Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks, die alle drei Jahre erfolgt und letztmals 2006 durchgeführt wurde, bekommen immer mehr Bafög-Empfänger den maximalen Förderungsbetrag. Im Jahr 2007 bekamen laut Statistischem Bundesamt 48 Prozent der rund 806.000 Bafög-Empfänger diese Vollförderung. Zahlen für das Jahr 2008 legt das Statistische Bundesamt im kommenden Juli vor.

Insgesamt ging die Zahl der Bafög-Empfänger 2007 um 1,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück. 494.000 der 806.000 Geförderten waren Studierende, 312.000 Schüler, wobei die Zahl der geförderten Studierenden um 0,8 Prozent zurückging, die der Schüler um 2,3 Prozent. Die Zahl derjenigen, die die volle Förderung erhielten, stieg dagegen im Vergleich zum Vorjahr um rund 3.000 auf 390.000. Studierende erhielten im Schnitt 375 Euro pro Monat, Schüler 301 Euro, damit blieb der durchschnittliche Förderungsbetrag gegenüber dem Vorjahr gleich.

Insgesamt gaben Bund und Länder 2007 rund 2,2 Milliarden Euro für Bafög aus, rund 68 Millionen oder drei Prozent weniger als im Vorjahr. Für die Schülerförderungen gaben sie 697 Millionen Euro aus, das waren 20 Millionen weniger als 2006. Für die Studierendenförderung zahlten sie mit rund 1,5 Milliarden Euro 48 Millionen weniger als im Vorjahr.

Auch beim sogenannten Meister-Bafög, das für die Aufstiegsfortbildung gezahlt wird, gingen Förderhöhe und die Zahl der Geförderten zurück: 2007 erhielten rund 134.000 Personen das Meister-Bafög, das waren 1,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Insgesamt wurden 356 Millionen Euro bewilligt, 4 Prozent weniger als 2006. Die Bundesregierung will das Meister-Bafög 2009 ausbauen und auf mehr Förderberechtigte ausweiten.






 

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