Ihr Standort: Home Gesellschaft Job & Karriere
 
 
 

31. Oktober 2008

IG Metall lehnt erstes Angebot ab



Fellbach - Im Tarifkonflikt der Metallindustrie haben die Arbeitgeber am Donnerstag ein erstes Angebot vorgelegt: Es sieht im Gesamtvolumen 2,9 Prozent mehr Geld vor, wie der Verhandlungsführer von Südwestmetall, Jan Stefan Roell, berichtete. Er sprach von einem «Signal der Fairness und Verantwortung in einer außergewöhnlichen Situation».

Der baden-württembergische IG-Metall-Bezirksleiter Jörg Hofmann wies die Offerte postwendend zurück. «Das Angebot ist eine Mogelpackung», sagte er in Fellbach. Er drohte mit Warnstreiks, falls bei den Gesprächen in den anderen Bezirken am Freitag keine Einigung erzielt werde.

Roell sagte, die Lohnerhöhung setze sich aus einer Einmalzahlung von 0,8 Prozent für November und Dezember zusammen. Die Gehälter sollen vom 1. Januar 2009 an dann um 2,1 Prozent erhöht werden. Die Laufzeit gab Roell mit 14 Monaten an. Der Arbeitgeberchef sagte: «Wir wollen Unternehmen und Beschäftigten in dieser Lage eine verlässliche Planungssicherheit geben.» Bezirksleiter Hofmann sagte: «Das bringt uns einer Lösung des Konfliktes keinen Schritt näher.» Er berücksichtige keinerlei Impulse für die Binnenkonjunktur. Die Gespräche für die 800.000 Beschäftigten im Südwesten sollen voraussichtlich am 11. November fortgesetzt werden.

Die Friedenspflicht läuft in der Nacht auf Samstag ab. Gewerkschaftschef Berthold Huber hatte die Vorlage eines diskussionsfähigen Angebots verlangt. Huber bezifferte zudem erstmals die Erwartungen der Arbeitnehmer. Es müsse mindestens eine Vier vor dem Komma stehen: «Darunter würde ich es sowieso nicht machen», sagte Huber der «Stuttgarter Zeitung». Die Gewerkschaft ist mit der Forderung nach acht Prozent mehr Geld für die insgesamt 3,6 Millionen Beschäftigten der deutschen Schlüsselindustrie in die Verhandlungen gegangen. Die Arbeitgeber haben Lohnerhöhungen über drei Prozent bereits als schwierig bezeichnet.

Erste Aktionen in der Nacht auf Samstag

Erste Warnstreikaktionen sind laut IG Metall bereits in der Nacht auf Samstag geplant, in der um Mitternacht die Friedenspflicht ausläuft. Ab Montag sollen die Aktionen dann bundesweit in zahlreichen Betrieben stattfinden, nach und nach sollen auch die Großen der Branche einbezogen werden; darunter voraussichtlich auch die Automobilkonzerne und ihre Zulieferer, die derzeit von den Auswirkungen der Finanzkrise getroffen werden.

Huber drohte in dem Interview, bereits am Montag darauf, dem 10. November, könne der IG-Metall-Vorstand eine Urabstimmung über einen unbefristeten Streik beschließen. Er finde es «zum Kotzen, dass nicht nur die Steuerzahler, sondern auch noch die Beschäftigten über Lohnverzicht für den Casino-Kapitalismus geradestehen sollen».

«Nachdem Milliarden verzockt worden sind und nachdem der Staat für diese Geschichten mit 500 Milliarden Euro bürgt und direkte Finanzhilfen fließen, fragen sich unsere Leute zu Recht: Sind wir jetzt die letzten Idioten?» Außerdem sei eine gute Lohnerhöhung ein großes Nachfrageförderungsprogramm, sagte Huber.

Steinbrück für Lohnerhöhungen

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück sprach sich trotz Finanzkrise für Lohnerhöhungen aus. Die Schere zwischen Einkommens- und Vermögensentwicklung sei in den vergangenen Jahren immer weiter auseinandergegangen. «Ich halte Lohnerhöhungen auch in der derzeitigen Entwicklung nicht nur für vertretbar, sondern auch für richtig», sagte der SPD-Minister.






 

- Anzeige -


 
 
 
 
 


 
 
 
 



* kostenlos, 2x täglich

   
 
 
Afghanistan-Krieg     Angela Merkel     Arbeitsmarkt     Brand     Dax     Deutsche Bank     Euro     Export     Guido Westerwelle     Hartz IV     Kindesmissbrauch     Metro     Staatsverschuldung     Terrorismus     Wolfgang Schäuble     Übernahme     
 
  Kein Feiertagszuschlag am Ostersonntag

 

Furcht vor unbegrenzter "Kettenbefristung"

 

Transnet und GDBA fordern insgesamt sechs Prozent

 

Immer mehr Stellen sind nur befristet

 

Chemie-Tarifverhandlungen beginnen in den Regionen

 

  Andere News
 
 
 
Flotter Dreier: Renault-Nissan und Daimler sprechen über Allianz

 

RWE-Konzernspitze soll gestrafft werden

 

Metro treibt Konzernumbau weiter voran

 

Siemens macht Neuausrichtung seiner IT-Sparte zum Thema

 

Forschen gegen die Steuerlast

 


 

 
März 2010
Mo Di Mi Do Fr Sa So
1 2 3 4 5 6 7
8 9 10 11 12 13 14
15 16 17 18 19 20 21
22 23 24 25 26 27 28
29 30 31        

 
 
„Frühjahrsmüde“ – was steckt dahinter?

 

Kassenmanagement-Lösung NTSwincash startet erfolgreich bei Drogeriekette Rive Gauche in Russland

 

Ob Blitz-Lokal oder weltweiter Expressversand: Beim Testsieger GTS POST hat Schnelligkeit oberste Priorität

 

Das Beamtendarlehen- günstige Konditionen der Hamburg-Mannheimer

 

Nie mehr zu früh kommen

 

  Pressemitteilung veröffentlichen
 
 
 
 
 
 
Copyright 2004-2010  by net-tribune - DGIC Group OHG | Impressum | Archiv top Top

0.9889