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31. Juli 2008
Sänger Kollo kritisiert Bayreuther Neuinszenierung


Bayreuth - Der frühere Opernsänger und Startenor der Richard-Wagner-Festspiele, René Kollo, hat in einem Beitrag für die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» massive Kritik an der diesjährigen Bayreuther Neuinszenierung von «Parsifal» geübt. Unter der Überschrift «Darf man das?» bemängelt Kollo, der 1986 die Wagner-Oper selbst in Darmstadt inszeniert hat, dass der norwegische Regisseur Stefan Herheim die Amfortas-Figur «kostümiert als Christus mit der Dornenkrone» auftreten lässt. Kollo meint dazu: «Dramaturgisch ist das nicht zu rechtfertigen, weil Amfortas das absolute Gegenteil von Christus ist.»

Noch eine weitere schwerwiegende Abweichung von der Intention Richard Wagners glaubt der Bayreuth-Veteran darin zu erkennen, dass die weibliche Figur der Kundry die Gralskelchschale bis auf den letzten Tropfen «genüsslich» austrinkt. Kollo veranlasst das zu der Frage: «Wer wird denn, wenn Kundry egoistisch und genüsslich alles ausgetrunken hat, in Zukunft noch erlöst werden können?» Und der Sänger, der «viele Ungereimtheiten» in der bei Publikum und Kritikern sehr gut angekommenen Neuinszenierung beklagt, kommt in seinem Diskussionsbeitrag in der Zeitung zu dem Fazit: «Die Menschheit geht also am Egoismus von Kundry und Amfortas, aber genau besehen doch wohl am Egoismus des Regisseurs zugrunde.»






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