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31. Mai 2007

(Background) - Das Zwei-Grad-Ziel für Heiligendamm



Berlin - Das so genannte Zwei-Grad-Ziel, das Bundeskanzlerin Angela Merkel beim Gipfel in Heiligendamm innerhalb der G-8 durchsetzen will, stammt aus der Wissenschaft. So hat der UN-Klimarat IPCC jüngst bekräftigt, dass die Folgen des Klimawandels nur dann einigermaßen erträglich bleiben, wenn der Anstieg der Temperatur weltweit bis 2100 auf zwei Grad begrenzt wird.

Maßstab ist in der Regel die Temperatur zu Beginn der Industrialisierung 1890. Seitdem ist die Durchschnittstemperatur bereits um knapp ein Grad gestiegen. Wenn nichts getan wird, könnte es bis 2100 um bis zu 6,4 Grad wärmer auf der Erde werden.

Sollte die Zwei-Grad-Marke überschritten werden, drohen laut IPCC dramatische Folgen. Vor allem die ärmsten Länder wären von Hunger, Wassermangel, Stürmen und Überschwemmungen betroffen. Bis zu 30 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten wären vom Aussterben bedroht.

Selbst wenn es gelänge, das Zwei-Grad-Ziel einzuhalten, wären die Folgen beträchtlich. So rechnen die Wissenschaftler damit, dass im Jahr 2050 bis zu zwei Milliarden Menschen von Wasserknappheit bedroht wären. Einige Gebiete der Erde würden wohl auch mit diesem Wert unbewohnbar.

Um ihn einzuhalten, muss nach Mehrheitsmeinung der Wissenschaft der weltweite Ausstoß an Treibhausgasen schnellstens drastisch reduziert werden. Bis 2050 muss der Wert demnach global um die Hälfte unter dem von 1990 liegen. Allerdings gilt der Konsens, dass Industrieländer noch mehr tun müssen, um den Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern wirtschaftliche Chancen zu bewahren. Sie sollen sogar 80 Prozent Reduktion bis zur Mitte des Jahrhunderts erreichen.

Nach Einschätzung des IPCC ist die Technologie zum Erreichen des Ziels bereits verfügbar. Auch sei das Ziel finanzierbar: Bis 2030 sind demnach weniger als drei Prozent des globalen Sozialprodukts dafür nötig. Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung hält sogar weniger als ein Prozent des globalen BIP für ausreichend. Wenn nichts getan würde, wäre dies Studien zufolge teurer: Dann könnten die jährlichen Kosten des Klimawandels auf fünf bis 20 Prozent des globalen Sozialprodukts anwachsen.




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