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30. Dezember 2008
Deutsche Auslandsschulen unterrichten 77.000 Schüler
Frankfurt - Knapp 77.000 Schüler weltweit besuchen derzeit eine deutsche Auslandsschule. Etwa 19.300 davon sind Deutsche, die anderen Schüler stammen aus dem jeweiligen Land, wie aus Zahlen des Auswärtigen Amtes für das laufende Schuljahr hervorgeht, die der Nachrichtenagentur AP vorliegen. Insgesamt gibt es zurzeit 132 deutsche Schulen, die meisten davon in Südamerika. Nach Angaben des Weltverbands Deutscher Auslandsschulen lernen weltweit rund 17 Millionen Menschen Deutsch.
Deutsche Auslandsschulen gliedern sich in rein deutschsprachige Schulen, sogenannte Begegnungsschulen mit bikulturellem Schulziel und landessprachliche Schulen mit verstärktem Deutschunterricht. Nach Angaben der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen beim Bundesverwaltungsamt gibt es deutsche Schulen in 22 europäischen Ländern, 18 asiatischen Ländern, zehn südamerikanischen Ländern, acht afrikanischen Ländern, fünf Ländern Mittelamerikas, in den USA, Kanada und Mexiko, in Russland und der Ukraine sowie in Australien.
Grundsätzlich werden an deutschen Auslandsschulen alle Kinder entsandter deutscher Mitarbeiter aufgenommen, sie sind in der Regel nicht von Kapazitätsgrenzen der Schulen betroffen. Bei nichtdeutschen Schülern kommen durchschnittlich 1,3 Bewerber auf einen freien Platz, das Zahlenverhältnis liegt im Schnitt bei 25 Prozent deutschen Schülern und 75 Prozent Nichtdeutschen.
An den deutschen Auslandsschulen arbeiten zurzeit 1.241 aus Deutschland vermittelte Lehrer und 2.753 deutschsprachige Lehrer aus dem jeweiligen Land. Die Lehrer aus Deutschland werden aus Bundesmitteln bezahlt, die Ortslehrkräfte vorwiegend von der jeweiligen Schule, wobei der Bund einen geringen Teil dazu beisteuert.
Vollstipendien für beste Absolventen
Die Deutschen Schulen im Ausland sind in der Regel Vereine oder Stiftungen in privater Trägerschaft, die verpflichtet sind, eigene Einnahmen zur Deckung des Schulhaushaltes zu erwirtschaften. Im Durchschnitt kommen 70 Prozent der Schulhaushalte aus Einnahmen über Schulgeld und Spenden. Zudem zahlt der Bund neben der Vermittlung und Finanzierung der deutschen Lehrer Fördergelder. Insgesamt hat der Bund 2007 rund 134,8 Millionen Euro für 117 deutsche Auslandsschulen ausgegeben, für 2008 liegen noch keine Zahlen vor.
Die Aufnahme der Schüler wird von den Schulträgervereinen selbst geregelt und von den Schulleitern vorgenommen, die generell aus Deutschland vermittelt sind. Die Aufnahmerichtlinien der Schulen werden vom Auswärtigen Amt genehmigt.
Viele der nichtdeutschen Schüler besuchen laut Auswärtigem Amt später deutsche Universitäten und bleiben Deutschland auch beruflich verbunden. Seit 2001 bietet die Bundesregierung über den Deutschen Akademischen Austauschdienst den besten ausländischen Absolventen Vollstipendien für ein Hochschulstudium an. Erste Erfahrungen zeigten, dass diese zu den Besten ihrer Fächer zählten, heißt es.
Umgekehrt schaffen es laut Weltverband Deutscher Auslandsschulen fast 60 Prozent der deutschen Schulen in nationalen Vergleichen unter die besten fünf Schulen des jeweiligen Landes.

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