Die beiden großen Kirchen in Deutschland haben zum ersten Advent ihre Spendensammelaktionen in der Weihnachtszeit gestartet. Die evangelische Initiative Brot für die Welt hat in diesem Jahr das Motto «Es ist genug für alle da». Die Direktorin Cornelia Füllkrug-Weitzel wies am Sonntag darauf hin, dass Millionen Menschen in der Welt Hunger leiden müssten. Auch das katholische Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat eröffnete seine diesjährige Aktion mit einem Festgottesdienst.
Pfarrerin Füllkrug-Weitzel sagte in Berlin, dass wegen der Nahrungsmittelkrise für Millionen Menschen das Brot unerschwinglich geworden sei. Kleinbauern müssten unter dem Konkurrenzdruck großer Agrarfirmen aufgeben. In Indien hätten sich Tausende Bauern aus Verzweiflung über ihre hoffnungslose Lage umgebracht. «Nach wie vor sterben jährlich Millionen Menschen, weil sie nicht genug zu essen bekommen. Davon sind insbesondere Kinder betroffen», sagte Füllkrug-Weitzel.
Die Adveniat-Aktion wurde mit einem Festgottesdienst in Gelsenkirchen eröffnet. «Elend ist kein Schicksal, sondern durch menschliche Verhältnisse hervorgerufen», sagte der Essener Bischof Felix Genn. Das Evangelium verkündige nicht eine Vertröstung aufs Jenseits, sondern rufe zum Höchsteinsatz in der Gegenwart auf. «Wir haben die Verantwortung für die Erde», unterstrich der Bischof. Es gelte, die Ausbeutung der Menschen wahrzunehmen.
