Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte bereits am Sonntag Gelegenheit, die Stuttgarter Messehalle zu inspizieren, in der sie am Montag zum fünften Mal zur CDU-Vorsitzenden gewählt werden soll. 1.001 Delegierte werden in den nächsten beiden Tagen dort personelle und politische Entscheidungen für die nächsten Monate und Jahre treffen. Der Aufwand für einen solchen Parteitag, der einmal im Jahr stattfindet, ist gigantisch. Hier einige Zahlen:
- Neben den 1.001 Delegierten werden 1.000 Medienvertreter und 1.200 Gäste in Stuttgart erwartet. Um deren Versorgung kümmern sich 140 Servicekräfte und Köche. 2.000 Liter Kaffee und 2.400 Liter Softgetränke werden in den Messehallen voraussichtlich ausgeschenkt. In den Küchen sollen 640 Kilogramm Fleisch und 500 Kilogramm Gemüse zubereitet werden. Untergebracht sind die insgesamt mehr als 3.000 Parteitagsteilnehmer in 40 Hotels.
- Die «Sammlung der Anträge und Empfehlungen der Antragskommission» umfasst 378 Seiten. Die drei zentralen Anträge des Bundesvorstands haben die Titel «Die Mitte stärken», «Bewahrung der Schöpfung: Klima-, Umwelt- und Verbraucherschutz» und «Geteilt. Vereint. Gemeinsam. Perspektiven für den Osten Deutschlands».
- Die Delegierten müssen einen Tagungsbeitrag von 50 Euro bezahlen. Das reicht aber bei weitem nicht zur Finanzierung eines Parteitags aus. Über die Kosten will die CDU-Pressestelle keine Angaben machen. Es ist aber unübersehbar, dass ein erheblicher Teil der Finanzierung von Sponsoren übernommen wird, die sich am Rande des Parteitags in einer Messehalle auf 6.000 Quadratmetern präsentieren. Rund 130 Aussteller sind dort vertreten.
- Das gesamte Parteitagsgelände umfasst 37.000 Quadratmeter. Neben der Tagungshalle gibt es ein Pressezentrum mit 350 Arbeitsplätzen und 50 Einzelbüros, die von Medien angemietet werden können. Für die Partei stehen ebenfalls zahlreiche Büros zur Verfügung. Zur Abtrennung der Räume wurden Trennwände mit einer Gesamtlänge von 2,8 Kilometern aufgestellt.
- Um eine funktionierende Parteitagslogistik kümmern sich 200 Hostessen und Techniker. Letztere haben bereits 15 Kilometer Kabel verlegt, 80 Computer, 20 Großkopierer und 80 Fernsehmonitore angeschlossen sowie 80 Telefonanschlüsse freigeschaltet.
