Jede TIA ein Notfall
veröffentlicht am 30.11.2007

Nach einer transitorischen ischämischen Attacke (TIA) sollten Patienten sich unbedingt in einer Schlaganfall-Spezialstation behandeln lassen. Die Akut- und Nachbetreuung in einer solchen Stroke Unit senkt das Risiko für einen folgenden Schlaganfall um 80 Prozent, wie eine Studie der Universität Oxford zeigt.
Berlin - Nach einer transitorischen ischämischen Attacke (TIA) sollten Patienten sich unbedingt in einer Schlaganfall-Spezialstation behandeln lassen. Die Akut- und Nachbetreuung in einer solchen Stroke Unit senkt das Risiko für einen folgenden Schlaganfall um 80 Prozent, wie eine Studie der Universität Oxford zeigt.
Eine TIA ist Ausdruck einer zeitweiligen Mangeldurchblutung im Gehirn. Diese führt plötzlich zu Symptomen wie halbseitigen Lähmungen, Seh- oder Sprachstörungen oder herabhängenden Mundwinkeln, die meist binnen Minuten wieder verschwinden. Da die TIA oft Vorbote eines Schlaganfalls ist, sind die Patienten nach Abklingen der Symptome keineswegs außer Gefahr, wie die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) betont. Jeder zehnte Betroffene erleidet innerhalb der folgenden drei Monate einen Schlaganfall, die Hälfte dieser Personen sogar binnen zwei Tagen.
«Jede TIA ist deshalb ein medizinischer Notfall», betont der DSG-Vorsitzende Martin Grond. Die Behandlung in einer Stroke Unit könne dann einem Schlaganfall vorbeugen. Dazu zählen Medikamente gegen eine Verklumpung von Blutplättchen, Präparate zum Senken des Cholesterinwertes und eine Behandlung von erhöhtem Blutdruck.
Die Bedeutung einer solchen Therapie zeigt laut DSG eine Studie von Neurologen aus Oxford. Die Mediziner hatten 2002 eine Sprechstunde für Patienten mit TIA oder leichtem Schlaganfall eingerichtet. In der ersten Phase wurden die Patienten dort nur untersucht und mit Behandlungsempfehlungen an den Hausarzt zurücküberwiesen. Es dauerte im Durchschnitt drei Tage, bis die Patienten untersucht waren und 20 Tage, bis sie Medikamente erhielten. In der zweiten Phase übernahmen die Oxford-Spezialisten selbst die Behandlung. Die meisten Patienten wurden noch am gleichen Tag untersucht und erhielten innerhalb eines Tages ihre Medikamente. Die Auswirkungen waren gravierend: Während in Phase I insgesamt zehn Prozent der Patienten innerhalb von 90 Tagen einen Schlaganfall erlitten, waren es in Phase II nur zwei Prozent.
(© AP)



Zur Fußball EM dreht Polen an der Pkw-Maut
E.ON baut Onshore-Windpark in Polen

