Die Fotocommunity im Internet hat damit angefangen, ihre rund 800.000 Mitglieder mehr als bisher miteinander zu vernetzen. Dazu wurden gezielt Elemente eingeführt, die in «Social Networks» wie Facebook oder StudiVZ üblich sind.
«Alles ist auf die Kommunikation angelegt», sagte Fotocommunity-Gründer Andreas Meyer während der Photokina in Köln. Dies sei der große Unterschied zu anderen Fotoportalen wie Flickr. Die verstärkte Vernetzung der Mitglieder soll den Austausch weiter lebendig halten. Denn «für neue User ist es nicht so einfach, in dieses dichte soziale Netz hineinzukommen», erklärte Meyer.
Bisher funktionierte die «Buddy»-Verwaltung der Fotocommunity wie bei Lesezeichen, die für andere nicht einsehbar sind. Jetzt gibt es auch die Möglichkeit, andere Mitglieder zum «öffentlichen Freund» zu machen, was von diesen bestätigt werden muss. Das Profil der Mitglieder zeigt dann auch an, was sich bei diesen öffentlichen Freunden getan hat. Diese Informationen lassen sich aber einzeln filtern.
«Unsere User treffen sich nicht nur virtuell, sondern auch Face to Face», sagte Meyer. Jeden Monat gebe es 300 bis 400 User-Treffen. Die Mitglieder sind zu 80 Prozent Hobby-Fotografen, 15 Prozent lassen sich als semiprofessionell und 5 Prozent als Berufsfotografen einstufen. Für den Sprung in die kommerzielle Verwertung bietet die Fotocommunity Unterstützung wie die Vermittlung beim Verkauf von Bildrechten oder einen eigenen Bereich für Angebote von Models - mehr als 1.400 haben sich dort bereits angemeldet.
Seit vier Jahren profitabel
Viele Fotos hätten durchaus die Qualität von Profiaufnahmen, erklärte Sven Arndt, der neu in der Geschäftsführung der Fotocommunity dabei ist. Ein Hobbyfotograf könne sich viel mehr Zeit für ein besonderes Foto nehmen als ein Profi, für den das nicht mehr lohnend sei. Seit der Gründung im Jahr 2001 haben die Mitglieder mehr als zwölf Millionen Bilder hochgeladen. Jeden Tag werden 60.000 bis 80.000 Kommentare dazu abgegeben.
Das 2001 gegründete Portal ist nach Angaben von Geschäftsführer Meyer seit vier Jahren profitabel. Dabei stammen etwa 75 Prozent des Umsatzes aus Mitgliedsbeiträgen und 25 Prozent aus Werbung. Während das Basisangebot der Fotocommunity kostenlos ist, müssen für den Upload von mehr als einem Foto pro Woche oder den Zugang zum Bereich für Aktfotos Beiträge ab vier Euro im Monat gezahlt werden. Die Werbung soll zurückhaltend bleiben. Die Präsentation der Fotos im Großformat werde auf jeden Fall werbefrei bleiben, versprach Meyer.
Eine Zusammenarbeit gibt es auch mit Kamera-Herstellern. «Bei uns werden viele Meinungen gebildet», erklärte Meyer. «Wir machen das verfügbar für die Industrie.» Diese bietet über die Fotocommunity etwa Gerätetests an, bei denen die Teilnehmer die Kamera behalten können.
Ausgebaut werden soll auch die internationale Präsenz. Am meisten genutzt wird bislang das englische Portal der Fotocommunity, wo sich 70.000 Mitglieder angemeldet haben. Weitere Ableger gibt es in Italien, Spanien und Frankreich.
Im Vergleich zu anderen Internet-Foren ist das Fotocommunity-Publikum schon etwas älter - die meisten sind zwischen 30 und 50. Frauen stellen bislang nur ein knappes Viertel der Mitglieder. «Aber immer mehr Frauen entdecken die Fotografie für sich», stellt Meyer fest.
