München - Ein 13-jähriger Schüler aus dem bayerischen Rotthalmünster hat aus frei käuflichen Substanzen zu Hause einen gefährlichen Sprengstoff gebastelt. Wie die Sprecherin des bayerischen Landeskriminalamts, Michaela Grob, am Donnerstag erklärte, fanden Experten im Elternhaus des Jungen neben Grundsubstanzen 300 Gramm fertigen Sprengstoff. Den Ermittlungen besorgte sich der 13-Jährige die Anleitung aus dem Internet.
Die nötigen Substanzen seien in Apotheken und Geschäften frei erhältlich, erklärte die LKA-Sprecherin. Da Experten einen Transport der Substanz als zu gefährlich einstuften, wurden zehn umliegende Häuser evakuiert und der Sprengstoff noch im Garten des Hauses in drei Durchgängen gesprengt.
Ermittler fanden die Substanzen in einem Gartenschuppen. Der Junge bewahrte sie unter anderem in Messbechern, Rührschüsseln und Auflaufformen auf. Sein Freund gab der Polizei den Tipp, als er wegen Nazi-Schmierereien vernommen wurde. Er erklärte, sein Kumpel habe testen wollen, ob man mit dem Sprengstoff einen Laternenmasten sprengen könne. Derzeit schließt die Polizei aus, dass der Sprengstoff für politisch motivierte Straftaten verwendet werden sollte.
Die LKA-Sprecherin erklärte, «Hauptbastler» sei wohl der Junge gewesen, in dessen Elternhaus der Sprengstoff gefunden worden sei. Der 13-jährige erklärte den Ermittlern, er habe eine Flasche mit Sprengstoff in einen Bach geworfen. Dieser wurde von Feuerwehrleuten abgesucht. Grob erklärte, der Sprengstoff könne etwa bei Hitze oder bei Stößen explodieren. Bei einem Abstand bis zu einem halben Meter besteht demnach höchste Lebensgefahr. Die Mutter des Jungen habe wohl gewusst, dass ihr Sohn bastele und experimentiere, sagte die Sprecherin. Ob sie von dem gefährlichen Sprengstoff gewusst habe, müsse noch geklärt werden.