|
Berlin / Bielefeld (dhg) - Die Zahl der deutschen Onliner ist innerhalb der vergangenen 12 Monaten weiter gestiegen. Einer neuesten Erhebung der Initiative D21 zufolge sind derzeit bereits 55 Prozent der Deutschen online unterwergs. Das entspricht 35,7 Millionen Menschen über 14 Jahren. Die Internetgemeinde ist damit im zurückliegenden Jahr um 1,74 Millionen Nutzer größer geworden. Und auch für die Zukunft schaut es nicht schlecht aus: Immerhin beabsichtigen 4,1 Millionen Bündesbürger noch in diesem ins Internet einzusteigen. 25 weitere Millionen Deutsche drängt es aber nachwievor nicht ins weltweite Datennetz. Die otorischen Offliner sind dabei mehrheitlich weiblichen Geschlechts, haben formal eine geringe Bildung sowie ein niedriges Einkommen und werden immer älter. So liegt das Durchschnittsalter der Nicht-Nutzer bei immerhin 60,3 Jahren.
"Die Studie bestätigt eine insgesamt erfreuliche Entwicklung. Die Zahl der Internetnutzerinnen- und -nutzer in Deutschland ist 2005 weiter gestiegen. Zuwachs gibt es auch in bisher eher 'internetfernen' gesellschaftlichen Gruppen. Ihr Anteil an der Internet-Nutzung der Bevölkerung hat sich erhöht. Die digitale Integration unserer Gesellschaft, das ist die gleichwertige Teilhabe aller gesellschaftlichen Gruppen am Internet, befindet sich auf einem guten Weg", zeigt sich Dr. Bernd Pfaffenbach, Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit, erfreut.
Onliner versus Offliner
Hatte sich in 2004 die Tendenz einer Auflösung des Ost-West-Gefälles in der Internet-Nutzung abgezeichnet, so hat der Westen nach den aktuellen Zahlen einen deutlich höheren Zuwachs zu verzeichnen, als der Osten der Republik. Erstmals sind die Internet-Nutzer bundesweit in der Mehrheit. Mit 64 Prozent Onlinern führt Berlin das Bundesländerranking der Internet-Nutzung an, gefolgt von Hamburg mit 61 Prozent Onlinern. Die höchsten Zuwächse gegenüber 2004 haben die Bundesländer Bremen (+ 6,1 Prozentpunkte), Hamburg (+5,3 Prozentpunkte) und Berlin (+5,9 Prozentpunkte). Mecklenburg-Vorpommern (48,7 Prozent) und das Saarland (48,4 Prozent) bleiben zusammen mit Sachsen-Anhalt (48,4 Prozent) die Schlusslichter im Bundesländerranking der Internet-Nutzung.
Während die Offliner immer älter werden und das Durchschnittsalter bei 60,3 Jahren liegt, sind die Onliner mit durchschnittlich 39 Jahren jung geblieben. Das Durchschnittsalter der Offliner ist um 1,3 Jahre gestiegen, das der Onliner nur um ein halbes Jahr. Starken Zuwachs bei der Internet-Nutzung gab es erneut bei der Generation der über 50-Jährigen. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Internet-Nutzung in der Altersgruppe der 50- bis 59-Jährigen um drei Prozentpunkte auf 53 Prozent; bei den 60- bis 69-Jährigen sind 29 Prozent online. In der Altersgruppe 70plus sind es zehn Prozent. Der Zuwachs an älteren Onlinern ist zwar relativ hoch, dennoch drängen auch viele Neueinsteiger ins Internet, die jung sind und aus internetfernen Zielgruppen wie beispielsweise Personen mit einfachem Bildungsabschluss kommen.
In absoluten Zahlen ist der Zuwachs der Internet-Nutzung bei Männern stärker als bei Frauen: knapp 1 Million Männer und fast 800.000 Frauen zählen in 2005 neu zur Internet-Community. Relativ gesehen ist der Zuwachs ausgeglichen. Wie im vergangenen Jahr liegt das Verhältnis Männer-Frauen unter den Onlinern bei 55:45 Prozent.
Die Wahl des Internet-Zugangs
Alter und Geschlecht haben offenbar Einfluss auf die Wahl des Internet-Zugangs: DSL ist am stärksten bei jungen Männern verbreitet; Frauen und ältere Menschen nutzen häufiger einen Internetzugang über ISDN oder Modem. "Es geht nicht mehr nur um die Frage, wer online ist, sondern auch darum, wie jemand online ist: mit Highspeed im weltweiten Netz oder mit dem Fahrrad auf der Datenautobahn", so Nina Fluck, Projektleiterin der Umfrage.
38 Prozent der Onliner haben demzufolge einen DSL-Anschluss im eigenen Haushalt. Der Anteil anderer breitbandiger Zugänge liegt unter zwei Prozent. 28 Prozent wählen sich via ISDN-Anschluss in das Internet ein. Jeder fünfte Onliner ist analog über ein Modem mit dem Internet verbunden. Auffällig bei den DSL-Nutzern ist das Stadt-Land-Gefälle: In Großstädten mit über 500.000 Einwohnern und in deren Einzugsgebieten nutzen 44 Prozent der Onliner einen DSL- oder anderen Breitbandzugang.
In ländlichen Regionen abseits größerer Städte sind es nur 28 Prozent. In den östlichen Bundesländern ist die Verbreitung von DSL deutlich schwächer als in den westlichen. Nur noch fünf Prozent der Onliner haben keinen Internetanschluss im eigenen Haushalt, sondern nutzen das Internet allein am Arbeitsplatz.
|