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30. Mai 2008
(Update) - NA-Quartalsgewinn erneut deutlich höher als erwartet


Düsseldorf - Der Kupferkonzern Norddeutsche Affinerie hat im zweiten Quartal erneut deutlich mehr verdient als erwartet. Trotz höherer Synergien aus der mittlerweile abgeschlossenen Cumerio-Übernahme blieb das Hamburger MDAX-Unternehmen aber bei einem vorsichtigen Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr. Für 2007/08 stellte der Vorstandsvorsitzende Bernd Drouven nur ein Ergebnis ungefähr auf Vorjahresniveau in Aussicht.

Im zweiten Quartal ihres noch bis Ende September laufenden Geschäftsjahres hatte die Norddeutsche Affinerie AG (NA) einen Umsatzanstieg von rund 30% auf 1,949 (Vorjahr: 1,499) Mrd EUR verbucht. Hierzu trug auch die neue belgische Tochter Cumerio bei, die seit Anfang März voll konsolidiert ist.

Das EBIT stieg in den Monaten Januar bis März auf 79 (Vorjahr: 45) Mio EUR. Im ersten Halbjahr konnte die NA das operative Ergebnis im Segment Kupfererzeugung damit bereits mehr als verdoppeln. Im Bereich der Kupferverarbeitung stieg das Ergebnis in dieser Zeit um mehr als die Hälfte. Den Periodenüberschuss konnte die Affinerie im zweiten Quartal auf 59 (26) Mio EUR ebenfalls mehr als verdoppeln. Dabei profitierte das Unternehmen auch von einem deutlich niedrigerem Steuersatz.

Damit übertraf der Konzern die Markterwartungen beim Ergebnis erheblich. Die von Dow Jones Newswires im Vorfeld befragten Analysten hatten mit einem Umsatz von 2,01 Mrd, aber nur mit einem EBIT von 45,5 Mio EUR und einem Nettogewinn von knapp 28 Mio EUR gerechnet. An der Börse kletterten die NA-Aktie am Freitag deutlich. Bis zum Mittag stieg die Aktie um 5,5% auf 31,27 EUR.

Analysten zeigten sich am Freitag positiv überrascht von den Ergebnissen im zweiten Quartal. Die Experten von M.M. Warburg verwiesen darauf, dass die Zahlen "massiv" durch die erstmalige Cumerio-Konsolidierung beflügelt worden seien. Auch die WestLB verwies auf den Cumerio-Effekt. Der Konzern habe aber insgesamt im Quartal auch "eine starke operative Performance" hingelegt.

Die NA hatte schon das ersten Quartal deutlich über den Schätzungen abgeschlossen und dies vor allem mit Einmal- und Bewertungseffekten erklärt. Im zweiten Quartal spielten diese aber keine so herausragende Rolle mehr. Zudem wurde das Ergebnis zusätzlich noch von Wertberichtigungen und Restrukturierungen bei Cumerio in Höhe von insgesamt 9 Mio EUR belastet.

Die NA verwies aber darauf, dass die erwarteten Synergien aus der Cumerio-Übernahme wohl deutlich über den bisher veröffentlichten 15 Mio bis 20 Mio EUR im Jahr liegen werden. Eine neue Zielgröße nannte die NA zunächst nicht.

Der Vorstandsvorsitzende Drouven sagte am Freitag in einem Interview mit dem Fernsehsender N-TV, die wirtschaftliche Entwicklung in den USA habe bisher keine spürbaren negativen Auswirkungen auf das Geschäft gehabt. Daher gehe die Affinerie trotz des schwachen US-Dollars für das laufende Geschäftsjahr von einem Ergebnis "in der Gegend" des Vorjahres aus.

Konkreter wurde er nicht. Im Zwischenbericht hatte Drouven von einer "herausragenden Geschäftslage" gesprochen und sich optimistisch gezeigt, dass die NA bei anhaltend guter Konjunktur und weiterhin hohen Kupferpreisen erneut "ein sehr gutes Jahresergebnis" erreichen wird. Bislang hatte die NA ein Ergebnis unter dem Vorjahresniveau in Aussicht gestellt. Dabei waren aber die Beiträge von Cumerio noch nicht berücksichtigt worden.

Drouven verwies darauf, dass auch im verbleibenden Geschäftsjahr eine volle Auslastung der Produktionsbetriebe zur Kupfererzeugung zu erwarten sei. Der Konzern rechne weiterhin mit einem hohen Preisniveau für Kupfer, das auf Engpässe im Angebot und eine anhaltend starke Nachfrage zurückzuführen sei. Allerdings sei von einer leicht reduzierten Wachstumsdynamik auszugehen.

Die Märkte für Kupferprodukte sieht die NA in den kommenden Monaten stabil. So sei weiterhin eine sehr gute Nachfrage nach Kupfergießwalzdraht mit einer entsprechend hohen Auslastung aller NA-Kapazitäten zu erwarten, hieß es. Bei den Stranggussformaten geht die NA von einer Stabilisierung des Marktes aus.

Im ersten Halbjahr erhöhte sich die Konzentratverarbeitung auf 631.000 (563.000) Tonnen (t). Die Kathodenproduktion stieg auf 325.000 (283.000) t. Während im Segment Kupferverarbeitung die Nachfrage der Kabel- und Drahtindustrie nach Gießwalzdraht weiterhin hoch war, erfüllte die Entwicklung bei Stranggussprodukten die Erwartungen des Konzerns nicht.

Die Produktion von Kupfergießwalzdraht stieg nochmals und erreichte mit 289.000 (227.000) t einen Höchststand. Die Stranggussproduktion lag mit 103.000 (122.000) t unter dem Vorjahreswert.






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