Amsterdam - In Maastricht müssen Käufer von Marihuana künftig ihre Fingerabdrücke abgeben. Eine Sprecher des Verband der Maastrichter Coffeeshops, Marc Josemans, erklärte am Mittwoch, außerdem werde der Personalausweis der Kunden gescannt. Die Maßnahmen dienten dazu, Verstöße gegen die Auflagen für den Verkauf so genannter weicher Drogen in den Coffeeshops zu verhindern.
«Wir befürchten, dass wir deshalb Kunden verlieren und ehrlich gesagt schämen wir uns ein bisschen dafür, dass wir das tun», sagte Josemans. «Aber die Stadt Maastricht hat so schwere Strafen erlassen, dass wir keine Wahl haben.» Marihuana ist auch in den Niederlanden eigentlich illegal. Allerdings können die Städte Lizenzen für legale Verkaufsstellen vergeben, die so genannten Coffeeshops. Dort dürfen nicht mehr als fünf Gramm pro Kunde pro Tag verkauft werden. Die Kunden müssen über 18 Jahre alt sein.
Die Fingerabdrücke sollen ab September in allen Shops mit einem digitalen Foto des Kunden gekoppelt werden. Der Personalausweis wird gescannt, allerdings wird nur das Geburtsdatum gespeichert. Wer Marihuana kaufen will, muss damit nachweisen, dass er volljährig ist und die Obergrenze von fünf Gramm für den Tag noch nicht überschritten hat. Josemans versicherte, die Daten würden nicht weitergegeben.
Seit in Maastricht im Jahr 2002 Gerd Leers zum Bürgermeister gewählt wurde, wird die Einhaltung der Vorgaben strikt kontrolliert. Shops, denen Verstöße nachgewiesen werden, werden für mindestens drei Monate geschlossen. Bisher wurde elf der 26 Coffeeshops in Maastricht die Lizenz vorübergehend entzogen. Schätzungen zufolge kommen jedes Jahr rund 4,5 Millionen Menschen nach Maastricht, um Drogen zu kaufen.