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Wandel in der IT: Die totgeglaubten Großrechner sind zurück!
30. Mai 2005 - 20:25 Uhr

Frankfurt am Main / Düsseldorf (NeueNachricht) - Nach einem Bericht der FAZ vollzieht sich in der Informationstechnik (IT) ein Wandel, der von vielen Informatikern der Universitätsszene bislang bestritten wurde: Die totgeglaubten Großrechner sind wieder gefragt. Bislang gab es in Expertenkreisen fast die einhellige Einschätzung, dass nur noch verbundene Netzwerkrechner (Server) geeignet seien, jede denkbare Rechenaufgabe zu lösen. Für Werner Altmann von der Gesellschaft für Informatik sind Großrechner ein Relikt der Vergangenheit. Daher sei es Unsinn, den Informatikstudenten diese "steinzeitlichen" Technologien wieder beizubringen. "Heutzutage bestehen leistungsstarke Rechensysteme aus dem Verbund von kleinen, wiederum sehr leistungsstarken Maschinen", betont Altmann.

Erich Clementi, der bei IBM für das Geschäft mit den Großrechnern, den sogenannten Mainframes, verantwortlich ist, sieht das anders: "Wollen Sie vor Ihren Pflug lieber hundert Hühner oder einen starken Ochsen spannen", sagte Clementi gegenüber der FAZ. Das Zerplatzen der Internetblase habe auch zu einer Trendwende in der IT-Branche geführt. Besonders Banken, Versicherungen, Behörden und Großunternehmen wie zum Beispiel der Flugzeughersteller Boing oder Fluggesellschaften kämen ohne Großrechner-Lösungen nicht aus. "Das Interesse hat seinen Grund vor allem darin, dass sich ein Großrechner durch seine Zuverlässigkeit und eine hohe sogenannte Ein-Ausgabe-Leistung auszeichnet", schreibt die FAZ.

Ein Mainframe könne zeitgleich eine große Anzahl von Nutzern bedienen, komplizierte und aufwendige Aufgaben bewältigen. Zudem seien die technischen Komponenten belastbarer, so dass bei Ausfall eines Prozessors ein anderer unterbrechungsfrei die Arbeit übernehmen könne. Die Attraktivität von Mainframes werde zusätzlich dadurch gesteigert, dass die Technik frei von Viren und Würmern sei. Den Markttrend erkennt auch das Düsseldorfer Beratungshaus Harvey Nash: "Selbst Server werden wieder in Mainframes integriert. Auch mit offenen Standards gibt es keine Probleme. Sie können heute auf einem Großrechner Linux laufen lassen oder Hunderte von Unix-Maschinen nachbilden. Sie können sie logisch trennen und die Rechner physisch trennen. Das geht alles völlig problemlos. Es gibt kein deutsches Großunternehmen, das seine wichtigen Anwendungen nicht auf einem Großrechner laufen lässt", so die Erfahrung von Harvey Nash-Geschäftsführer Udo Nadolski.

Nur beim IT-Fachpersonal gebe es Schwierigkeiten, denn die Systemsoftware und die Programmiersprachen wie Cobol oder Assembler seien bei jungen Informatikern nicht mehr präsent. Harvey Nash habe deshalb erfahrene und ältere Spezialisten an Bord, die bei Konzernen immer stärker zum Einsatz kommen. IBM bemüht sich deshalb um eine stärkere Wissensvermittlung der Mainframe-Technik an Universitäten. Junge Informatiker kennen sich bestens mit den aktuellen Programmiersprachen aus. Kenntnisse über die typischen Eigenheiten eines Großrechners würden aber immer mehr verblassen. Deshalb bemühe sich IBM um eine entsprechende Ausbildung an den Hochschulen, denn ohne Technikernachwuchs hätte der Mainframe tatsächlich keine Zukunft mehr.



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Samstag, 10. Januar 2009







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