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30. März 2006

Diskussion um Handy-Verbot an Schulen reißt nicht ab



Brühl - Die Diskussion um jugendgefährdende Inhalte auf Mobiltelefonen bekommt seit dem geplanten Handy-Verbot an bayerischen Schulen eine neue Qualität. Der bayerische Kultusminister Siegfried Schneider hatte gestern ein Verbot der Verwendung von Mobiltelefonen selbst in den Unterrichtspausen angekündigt. Damit schießt er jedoch, nach Meinung vieler Erziehungs- und Mobilfunkexperten, weit über die Grenzen des Sinnvollen und Machbaren hinaus.

"Ein solches Handyverbot ist ein Kampf gegen Windmühlen, weil es die Problematik lediglich vor das Schultor verlagert", meint Hendrik Hartz, Experte bei inside-handy.de. "Im Übrigen kann man nur verbieten, was nachher auch überprüft werden kann, sonst verliert man schnell seine Glaubwürdigkeit." Die Durchsetzung eines derartigen Verbots sei allerdings nur mit erheblichem personellem wie technischem Aufwand möglich.

"Denkt man den bayerischen Vorschlag zu Ende, müssten an den Schuleingängen Metalldetektoren aufgestellt und die Kontrollen durch einen Wachschutz durchgeführt werden. Das kann niemand wirklich wollen", so Hartz weiter. Hinzu kommt noch eine rechtliche Komponente: Lehrer sind keine Polizisten und dürfen daher nur sehr eingeschränkt das Eigentum von Schülern konfiszieren.

"Wer alle jugendlichen Handybesitzer zu potentiellen Verbrechern abstempeln will, erreicht damit nichts. Schließlich transportiert die Mobilfunk-Technologie nur die Inhalte", meint auch Kollege Jan Freynick. "Außerdem: Viele Eltern vertrauen inzwischen darauf, dass sie ihre Kinder nach der Schule telefonisch erreichen können. Diese Sicherheit aufzugeben, werden nur wenige Eltern bereit sein."

Um dem Problem wirkungsvoll zu begegnen, ist eine enge Kommunikation von Eltern, Erziehern und Jugendlichen nötig. "Gefährliche Inhalte sind den Jugendlichen meist über das Internet zugänglich", weiß auch Marianne Demmer, stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. "Hier ist die Politik gefordert, zusammen mit den Providern geeignete Gegenmaßnahmen zu ergreifen."


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