Tettnang - Der Hersteller des beliebten Virenschutz-Programms "AntiVir" , die H+BEDV Datentechnik GmbH, hat die Zusammenarbeit mit ihrem Partner SecurePoint vorläufig ausgesetzt. Hintergrund dieser Entscheidung ist, dass das Lüneburger Software-Unternehmen den vermutlichen Autor der Computerwürmer "Sasser" und "Netsky" als Auszubildenden beschäftigen will.
Die SecurePoint GmbH, die Sicherheitslösungen entwickelt und bis dato als Vertriebs- und Technologie-Partner mit H+BEDV kooperierte, schloss erst kürzlich mit dem Virenschreiber Sven Jaschan einen Ausbildungsvertrag ab. Der 18-jährige Schüler aus dem niedersächsischen Waffensen hat vermutlich die Computer-Würmer "Sasser" und "Netsky" programmiert, die weltweit tausende Rechner von Unternehmen und Privatpersonen lahmlegten und Schäden in Millionen-Höhe verursachten.
"Wir sehen die Einstellung von Sven Jaschan mit kritischen Augen. Auf der einen Seite steht der löbliche Versuch, einem vielleicht ehemaligen Virenautor eine zweite Chance zu geben - dem gegenüber steht das ausschließliche Sicherheitsinteresse unserer Kunden. Und ich möchte keines unserer Produkt - wo auch immer - in einer engen Kooperation mit einem vermutlichen Virenautor weiterentwickelt wissen", begründet Tjark Auerbach, Geschäftsführer von H+BEDV, die Entscheidung seines Unternehmens.
Betroffen von den beiden Würmern "Sasser" und "Netsky" waren vor allem die amerikanische Fluggesellschaft Delta Airlines und die Europäische Kommission. Jaschan wurde im Mai diesen Jahres festgenommen und hat die Autorenschaft bereits eingestanden. Ihm steht die Verurteilung zu einer langjährigen Freiheitsstrafe, zumindest aber zu einer Geldstrafe bevor. Nach Schätzungen von Experten soll der 18-Jährige für über 70 Prozent der Wurm-Infektionen des ersten Halbjahres 2004 verantwortlich sein.
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