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29. September 2008
September war statistisch gesehen zu kalt


Frankfurt - Was fröstelnde Menschen seit Wochen vermuten, ist jetzt belegt: Der September war statistisch gesehen viel zu kalt. Mit 12,9 Grad lag die mittlere Temperatur 0,9 Grad unter dem langjährigen Klimawert, wie der Deutsche Wetterdienst am Montag mitteilte. Die Meteorologen werteten dafür erste Ergebnisse ihrer 2.100 Messstationen aus.

Auch die Sonne zeigte sich demnach seltener. Weniger Regen gab es allerdings auch. Zuvor waren einschließlich August alle Monate des Jahres wärmer als der Klimamittelwert gewesen.

Im September spielte bei den Durchschnittstemperaturen die Nähe zur Küste eine große Rolle, denn Nord- und Ostsee hatten zum Monatsende noch Wassertemperaturen von 14 bis 17 Grad. Am wärmsten war es im September in den drei Stadtstaaten Hamburg mit 13,9, Berlin mit 13,8 und Bremen mit 13,7 Grad. Bayern bildete mit 11,6 Grad im bundesweiten Vergleich das Schlusslicht.

Nach Beobachtung der Meteorologen war der Monat zweigeteilt: Vom 1. bis zum 12. September bestimmte warme Luft aus Süden und Südwesten das Wetter. Dabei konnten bis zu sieben Sommertage mit 25 Grad und mehr gezählt werden. Am 6. meldeten einige Stationen im Südosten Bayerns sogar mehr als 30 Grad.

Ab dem 13. September sorgte eine Nordostströmung in ganz Deutschland für deutlich kühlere Luft. Die Höchsttemperaturen schwankten nur noch um 15 Grad und blieben am 16. in einigen Gebieten von Sachsen, Thüringen und Oberfranken sogar unter 10 Grad. Vor allem Mitte des Monats trat verbreitet Nachtfrost auf, der in Deutschneudorf-Brüderwiese im Erzgebirge zu neun Frosttagen und dem Tiefstwert von minus vier Grad führte.


Saarländer wurden oft nass

Das langjährige Niederschlagsmittel, das deutschlandweit im September bei rund 61 Liter pro Quadratmeter liegt, wurde mit 58 Litern zu 95 Prozent erreicht. Am meisten regnete es im Süden und Westen, wobei das Saarland mit durchschnittlich 75 Litern an der Spitze lag. Der Norden blieb dagegen deutlich zu trocken: In Bremen und Hamburg fielen nicht einmal 50 Prozent des dortigen Klimawertes. Die nasseste Station war Roth südlich von Nürnberg mit 139 Litern. Allerdings fielen davon allein knapp 89 Liter beim Durchzug eines Gewitters am 12. September.


Mehr Sonne an der Küste

Beim Sonnenschein brachte der September in Deutschland mit 127 Stunden nur 85 Prozent des Solls von 149 Stunden. Am wenigsten schien die Sonne in Sachsen und Thüringen, weil sich in der vorwiegend nordöstlichen Strömung die Wolken oft an den Nordrändern von Thüringer Wald und Erzgebirge stauten. Begünstigt waren dagegen die küstennahen Gebiete der Nordsee.


Monatsmittel nach Bundesländern mit Abweichung in Klammern:

Baden-Württemberg 11,8 Grad (minus 1,5 Grad)
Bayern 11,6 Grad (minus 1,2 Grad)
Berlin 13,8 Grad (minus 0,3 Grad)
Brandenburg 13,5 Grad (minus 0,3 Grad)
Bremen 13,7 Grad (0,0 Grad)
Hamburg 13,9 Grad (plus 0,2 Grad)
Hessen 12,0 Grad (minus 1,2 Grad)
Mecklenburg-Vorpommern 13,5 Grad (plus 0,2 Grad)
Niedersachsen 13,0 Grad (minus 0,5 Grad)
Nordrhein-Westfalen 12,7 Grad (minus 1,0 Grad)
Rheinland-Pfalz 12,1 Grad (minus 1,4 Grad)
Saarland 11,8 Grad (minus 1,9 Grad)
Sachsen 12,3 Grad (minus 1,1 Grad)
Sachsen-Anhalt 12,9 Grad (minus 0,8 Grad)
Schleswig-Holstein 13,3 Grad (plus 0,1 Grad)
Thüringen 11,8 Grad (minus 1,0 Grad)








 
 



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