Die Honorarerhöhung für die niedergelassenen Ärzte in Deutschland geht dem Verband Freie Ärzteschaft nicht weit genug. «Die Summe reicht hinten und vorne nicht», sagte der Präsident der Freien Ärzteschaft, Martin Grauduszus, der «Frankfurter Rundschau» zufolge. So könne die flächendeckende medizinische Versorgung in den Praxen nicht aufrecht erhalten werden. Jahrelang seien die niedergelassenen Ärzte nicht ausreichend honoriert worden. In den Praxen gebe es einen erheblichen Investitionsstau.
Zudem werde mit der Honorarreform bei Leistungen gekürzt, die bisher überdurchschnittlich bezahlt worden seien, etwa bei der Akupunktur. Dadurch entstünden neue Einbußen. «Praxen werden trotzdem Pleite gehen», sagte Grauduszus der «FR» zufolge weiter. Seine Organisation wolle an einem für den 19. September in Berlin geplanten Protesttag festhalten und die Ärzte an diesem Tag zu Praxisschließungen aufrufen.
Nach wochenlangem Streit waren die Honorarverhandlungen zwischen Kassenärzten und Krankenkassen am Donnerstagabend beigelegt worden. Die rund 150.000 niedergelassenen Ärzte in Deutschland können mit einer Honorarverbesserung in Höhe von 2,5 Milliarden Euro rechnen, wie die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) mitteilte. Laut GKV-Spitzenverband kam die Einigung allerdings nur zustande, weil die Kassen von den Ärzten zusammen mit dem eingesetzten Schlichter überstimmt wurden. Das Bundesgesundheitsministerium begrüßte das Ergebnis.
