50.000 Berliner huldigen der Queen of Pop: Bei ihrem ersten Konzert in Deutschland hat Madonna am Donnerstagabend im Olympiastadion ihre Fans mit einem aufwendigen Spektakel begeistert. Ihre Fitness stellte die 50-Jährige mit rasanten und teils akrobatischen Tanzeinlagen unter Beweis, die Show unter dem Motto «Sticky and Sweet» dauerte rund zwei Stunden. Das Stadion war nicht ganz ausverkauft, einige tausend Plätze blieben leer.
Es war das dritte Konzert ihrer Welttournee, und wie schon zuvor in Cardiff und Nizza stellte Madonna in einer Bildershow einen Bezug zwischen dem konservativen US-Präsidentschaftsbewerber John McCain und Adolf Hitler her. Sein politischer Gegenspieler Barack Obama wurde hingegen zusammen mit Nelson Mandela und Mutter Teresa gezeigt.
Neben Songs ihres aktuellen Albums «Hard Candy» sang Madonna auch viele Klassiker, darunter «Like a Prayer», «La Isla Bonita», «Into The Groove» und «Borderline».
Während der opulenten Show wechselte Madonna acht Mal ihre Garderobe, wobei ihr hinter der Bühne fünf Helfer zur Seite standen. Umringt wurde sie von 16 Tänzern und zwölf Musikern. 3.500 Kleidungsstücke wurden von 36 Designern speziell für die Queen of Pop und ihre Tänzer entworfen. Weitere Stationen in der Bundesrepublik sind Düsseldorf am 4. September und Frankfurt am Main am 9. September.
Im Gefolge hat die 50-Jährige während ihrer Welttournee einen Hofstaat von 250 Mitarbeitern. Um das Wohlbefinden der zweifachen Mutter, die als Fitnessfanatikerin gilt, kümmern sich ein persönlicher Trainer, eine Masseurin sowie ein Chiropraktiker.
Das erscheint angebracht, denn während der Show versuchte sich Madonna im Breakdance und tanzte lasziv an einer Stange. Medienberichten zufolge hat die Sängerin in Berlin fast die komplette achte Etage des Luxus-Hotels «The Regent» am Gendarmenmarkt gebucht und sich extra einen Konferenzraum in ein Fitness-Studio umbauen lassen.
In ihrer Show blickte Madonna immer wieder auf ihre drei Jahrzehnte währende Karriere und ihre vielen Verwandlungen zurück. So trugen die Tänzer ihre früheren Outfits, wie den von «Material Girl» oder «Blond Ambition», und versanken danach zu den Klängen von «She"s Not Me» von der Bühne. Die Fans hörten zudem eine Heavy-Metal-Version des Klassikers «Borderline», während zu «La Isla Bonita» Flamenco-Tänzer über die Bühne wirbelten.
69 Gitarren im Gepäck
Die «Sticky and Sweet»-Tour wird Madonna bis einschließlich September quer durch Europa führen. Im Oktober steht Nordamerika auf dem Programm, am 18. Dezember ist das Abschlusskonzert in Brasilien geplant. Der Aufwand ist enorm: 30 Trucks kutschieren das Equipment von Stadt zu Stadt, mit an Bord sind allein 69 Gitarren und vier große Kühlschränke.
Zuletzt war Madonna 2006 mit «Confessions On A Dancefloor» auf Tour gegangen, das Lied «Hung Up» mit einem ABBA-Zitat war ein Riesenhit. Für Aufregung sorgte ihr Auftritt mit Dornenkrone vor einem Kreuz: Die Kirchen verurteilten dies als gotteslästerlich und riefen zu Konzertboykotten auf.
2008 ist für die am 16. August 1958 in Bay City im US-Staat Michigan geborene Künstlerin ein doppeltes Jubiläumsjahr: Sie ist 25 Jahre im Popgeschäft und feierte ihren 50. Geburtstag. Mehr als 200 Millionen Tonträger hat Madonna verkauft, umjubelte Welttourneen absolviert und in 22 Filmen mitgewirkt, von denen allerdings fast alle floppten.
