An den Stränden der südbrasilianischen Stadt Florianópolis sind seit dem Wochenende mehr als 200 tote Pinguine angespült worden. Zahlreiche lebende, ölverschmierte Pinguine wurden von Freiwilligen zu Tierärzten gebracht. Sie berichteten von hunderten weiteren toten Vögeln. Niemand kenne deren genaue Zahl, erklärte die Tierärztin Manuela Osório. 155 lebende Pinguine würden wegen Ölvergiftung behandelt.
Ein Sprecher der Umweltpolizei des Staats Santa Catarina sagte, das Öl sei vermutlich von einem großen Schiff ausgetreten. Nach dem Verantwortlichen werde gesucht.
Starke Meeresströmungen treiben Pinguine häufiger an brasilianische Strände, jedoch kaum in so großer Zahl. Außerdem gelangen sie in jüngster Zeit weiter nördlich als üblich, sogar in Äquatornähe wurden inzwischen einige Vögel angespült. Über die Gründe rätseln Experten. Einige machen stärkere Strömungen oder kältere Meerestemperaturen dafür verantwortlich. Andere glauben, dass Überfischung in Patagonien und der Antarktis die Pinguine dazu zwingt, auf der Suche nach Nahrung größere Entfernungen zurückzulegen.
