In Deutschland werden pro Jahr mehr als 100.000 Ausländer eingebürgert. Nach Inkrafttreten des neuen Staatsangehörigkeitsrechts im Jahr 2000 wurde ein Höchststand von 186.688 erreicht. Anschließend sank die Zahl kontinuierlich bis auf 117.241 im Jahr 2005. Danach gab es nur noch leichte Schwankungen. Im vergangenen Jahr erhielten 113.030 Ausländer einen deutschen Pass.
Der Rückgang der Einbürgerungen zu Beginn des neuen Jahrtausends wurde in der öffentlichen Debatte teilweise auf die Rechtslage und komplizierte Verwaltungspraxis zurückgeführt. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge geht allerdings davon aus, dass die Entwicklung schlichtweg darin begründet ist, dass das neue Staatsangehörigkeitsrecht zu einem kurzzeitigen Boom in 2000 und 2001 geführt hat, der in den folgenden Jahren abflaute.
Ein Viertel der im vergangenen Jahr eingebürgerten Ausländer waren Türken. Dahinter folgten Serben und Montenegriner (9,3 Prozent), Polen (4,8), Ukrainer (3,9) und Iraker (3,6). Der Anteil der Türken unter den eingebürgerten Ausländern ist seit 2000 allerdings deutlich von 44,4 auf 25,5 Prozent zurückgegangen.
Das Durchschnittsalter der Eingebürgerten liegt bei etwa 30 Jahren, die Aufenthaltsdauer in Deutschland vor Erhalt des deutschen Passes bei durchschnittlich 15 Jahren.
Die mit Abstand meisten Einbürgerungen haben im vergangenen Jahren die Behörden in Nordrhein-Westfalen verzeichnet. Dahinter folgten Hessen, Bayern und Baden-Württemberg.
