Der frühere Wahlkampfberater von Edmund Stoiber, Michael Spreng, rät deutschen Politikern, von den Amerikanern zu lernen. Mit Blick auf den Parteitag der Demokraten in Denver sagte er am Donnerstag im MDR: «Die Amerikaner verstehen es großartig, Geschichten zu erzählen. Sie machen Politik viel plastischer am Beispiel von menschlichen Schicksalen.» Das könnte auch Kanzlerin Merkel versuchen, meinte Spreng.
Deutsche Politiker vernachlässigten vor allem, dass in einem Wahlkampf auch Emotionen eine Rolle spielten. «Die Menschen erreicht man nicht nur über den Verstand, sondern auch über das Herz.» Auch rhetorisch seien deutsche Politiker eher langweilig, meinte der Medienexperte.
In einem Interview der Kölner Zeitung «Express» betonte Spreng jedoch, Angela Merkel habe gerade mit ihrer nüchternen Art Erfolg. «Oder können Sie sich ihren Mann, Professor Sauer, auf der Bühne vorstellen, wie er ihr zuruft: Ich lieb Dich!» Auch Frank-Walter Steinmeier werde keinen Show-Wahlkampf führen.
Bundesregierung bei Kandidatenfrage neutral
Der Koordinator der Bundesregierung für die deutsch-amerikanische Zusammenarbeit, Karsten Voigt (SPD), betonte, dass sich die Bundesregierung, trotz grundlegender politischer Unterschiede zwischen den amerikanischen Präsidentschaftsbewerbern Barack Obama und John McCain auf keinen der beiden fokussieren werde. «Die Bundesregierung ist neutral. Sie muss mit beiden gut zusammen arbeiten können, und sie kann das auch», sagte Voigt laut Vorabmeldung den «Aachener Nachrichten». Dies sei deshalb möglich, weil Deutschland und die USA gemeinsame Werte und Interessen hätten.
