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29. August 2008
Jede zweite Amputation bei Diabetikern überflüssig


Heidelberg - Jede zweite Amputation bei Diabetikern ist in Deutschland überflüssig. Die Entfernung von Gliedmaßen erfolge hierzulande oft schon fast routinemäßig, beklagt Wolfram Wenz von der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg. Dabei löse die Amputation etwa eines Beins das Problem von Diabetikern nicht und sei oft der Anfang vom Ende.

Jährlich werden in Deutschland 62.000 Amputationen vorgenommen. Hauptverantwortlich für diese hohe Rate ist Diabetes, mit steigender Tendenz: Im Jahr 2001 wurden bundesweit 29.000 Diabetikern Gliedmaßen entfernt, 2003 waren es bereits 40.000. «50 Prozent dieser Amputationen halte ich für vermeidbar», sagt Wenz.

Rund 36 Prozent der betroffenen Diabetiker sterben ein Jahr nach der Amputation, etwa die Hälfte innerhalb von drei Jahren und zwei Drittel binnen fünf Jahren. Bei 50 Prozent der Beinamputierten muss nach Angaben der Uniklinik innerhalb der folgenden vier Jahre auch am anderen Bein amputiert werden. Da sehr viele Betroffene anschließend pflegebedürftig seien, könne man nicht von einer Verbesserung der Situation dieser Patienten sprechen. Wenz plädiert für eine verstärkte Therapie des Diabetes mellitus und - falls sich eine Operation nicht vermeiden lässt - für einen Gliedmaßen erhaltenden Eingriff.








 
 



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