Die europäischen Regulierungsbehörden haben die Mobilfunkanbieter vor zu hohen Gebühren für Auslandsgespräche gewarnt. EU-Sprecher Martin Selmayr erklärte am Donnerstag, einige europäische Anbieter rechneten die Auslandsgespräche nicht sekundengenau ab, sondern im Minutentakt. Durchschnittlich bezahlen die Nutzer im Ausland auf diese Weise bei ausgehenden Anrufen 24 Prozent mehr, bei eingehenden Anrufen 19 Prozent mehr als in ihren Heimatländern.
Selmayr kündigte an, die für Telekommunikation zuständige Kommissarin Viviane Reding werde das Thema Ende September möglicherweise in einem Gesetzentwurf ansprechen. Im vergangenen Jahr kappte die EU die sogenannten Roaming-Gebühren und setzte Preisobergrenzen für Handygespräche im EU-Ausland fest. Ab dem 30. August fallen die Preise erneut: auf 49 bis 46 Cent für ausgehende Anrufe und 24 bis 22 Cent für eingehende Anrufe. Die Mehrwertsteuer ist dabei noch nicht eingerechnet.
Die EU-Regulierer erklärten, sie hätten dem Verbraucher echte Ersparnisse gebracht. Schließlich habe der Durchschnittspreis pro Minute im Jahr 2006 noch bei 1,15 Euro gelegen. Die EU-Kommission kündigte an, auch die Roaming-Gebühren für Textbotschaften festzulegen und möglicherweise um bis zu 70 Prozent zu senken. Noch können SMS-Botschaften den Nutzer im Ausland bis zu zehn Mal mehr kosten als im Heimatland. Im Visier der EU-Regulierer sind auch die Gebühren für das mobile Internet, sollten die Unternehmen ihre Preise in den kommenden Monaten nicht senken.
