Sportlich aktive Senioren bleiben länger gesund und mobil - vor allem wenn sie regelmäßig trainieren. Aber viele alte Menschen können sich nicht zu einem Bewegungsprogramm durchringen. Nun untersuchten Sportwissenschaftler der Universität Bonn Senioren, die entweder aktiv Sport trieben oder aber dieses Vorhaben trotz guter Vorsätze nicht erfüllen konnten.
Dabei beobachteten die Forscher charakteristische Unterschiede zwischen beiden Gruppen: Die sogenannten «Dabeibleiber» sahen Schwierigkeiten eher als Herausforderungen und suchten konkret nach Lösungen. Im Gegensatz dazu neigten die «Versucher» zum Grübeln. Sie betrachteten das Bewegungsprogramm stets als Zwang, so dass die Motivation mit der Zeit nachließ.
Als Hinderungsgrund, Sport zu treiben, nannten sie nach Angaben der Universität oft gesundheitliche Probleme. Aber aus medizinischer Sicht solle man auch bei körperlichen Beschwerden Sport treiben, betont Studienleiterin Simone Quantmeyer de Polack: «Die meisten Beschwerden werden nicht allein durch das Alter, sondern auch durch mangelnde Bewegung verursacht.»
Sie rät, mit dem Training über sogenannte Lebensstilaktivitäten zu beginnen. Das sind Tätigkeiten, die anderen Zwecken als der Gesundheit dienen, also etwa Besorgungen zu Fuß oder per Fahrrad zu erledigen. Die nächste Stufe könne dann ein Programm von ein bis drei Stunden Bewegung pro Woche bilden.
Dabei biete Sport in der Gruppe den Vorteil, dass sich die Teilnehmer gegenseitig motivieren könnten. Interessierte sollten zunächst verschiedene Gruppen ausprobieren und dann die beste Wahl treffen. «Senioren sollten es sich so einfach wie möglich machen», empfiehlt Quantmeyer de Polack. «Sie sollten nicht so sehr versuchen, den inneren Schweinehund zu überwinden, sondern ihn vielmehr zur Zusammenarbeit bewegen.»
