Stillende Frauen sollten bei der Einnahme von Schmerz- oder Hustenmitteln mit dem Wirkstoff Codein vorsichtig sein. Wenn die Mutter bestimmte Erbanlagen aufweise, könne das Opiat über die Milch weitergegeben werden und den Säugling schwer schädigen, warnen Pharmakologen der Universität von Western Ontario in Toronto.
Verantwortlich dafür ist der Wirkmechanismus von Codein: Der selbst nur wenig schmerzstillende Stoff wird im Körper zu dem stärker wirksamen Morphin abgebaut. Menschen mit bestimmten Erbanlagen bauen Codein extrem schnell ab, so dass sich im Blut eine große Menge Morphin anreichert.
Eine stillende Mutter kann dann mit der Muttermilch eine große, mitunter sogar tödliche Menge des Stoffes an den Säugling weitergeben, wie die Mediziner in der Zeitschrift «Clinical Pharmacology & Therapeutics» warnen. Die Forscher halten die Warnung für besonders wichtig, weil immer mehr Mütter per Kaiserschnitt entbinden und danach auf Schmerzmittel angewiesen sind.
