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29. Juli 2008
Stada dämpft Erwartung an 2. Halbjahr - Aktie bricht ein


Frankfurt - Der starke Wettbewerb in Deutschland und die Folgen der deutschen Gesundheitsreform bereiten der Stada Arzneimittel AG offenbar doch größere Sorgen als bisher angenommen. Der in Bad Vilbel beheimatete Anbieter von Nachahmermedikamenten gab am Montag überraschend bekannt, er rechne mit gedämpften Wachstumsaussichten im zweiten Halbjahr.

Es sei daher offen, ob der Konzern den Umsatz im Gesamtjahr - wie bisher angenommen - erneut prozentual zweistellig steigern werde.

Nach der Ankündigung brach die Stada-Aktie deutlich ein. Das Papier büßte um 16.32 Uhr ein Viertel seines Werts ein und notierte bei 35,29 EUR. Der Titel war damit die schwächste Aktie im MDAX.

Stada erwartet im Gesamtjahr aber erneut einen deutlichen Umsatzzuwachs im Konzern im Gesamtjahr. Beim Ertrag rechne der Vorstand damit, dass der Konzerngewinn 2008 gegenüber 2007 erneut prozentual deutlich zweistellig wachsen werde. Im Vorjahr sei dieser allerdings durch hohe einmalige Sondereffekte deutlich belastet gewesen. Das um Sondereffekte bereinigte Ertragsniveau des Vorjahres von 146,8 Mio EUR werde im Geschäftsjahr 2008 voraussichtlich nicht erreicht, kündigte Stada weiter an.

Bisher hatte das Unternehmen für 2008 ein nachhaltiges operatives Wachstum in Aussicht gestellt und einen Anstieg von Umsatz und operativem Ergebnis.

Zu den gedämpften Wachstumsaussichten hätten der deutsche Markt und die Folgen der Gesundheitsreform einen wesentlichen Beitrag geleistet, sagte ein Sprecher auf Anfrage zu Dow Jones Newswires. Deutschland ist nach wie vor der größte nationale Markt von Stada. Weitere Erläuterungen will der Konzern erst am 13. August im Rahmen der Halbjahresberichterstattung geben.

Eckdaten für das erste Halbjahr gab der Konzern bereits bekannt. Nach vorläufigen Angaben ist der Umsatz im ersten Halbjahr um 12% auf 822,8 Mio EUR geklettert. Der Konzerngewinn legte um 11% auf 64,7 Mio EUR zu. Der um einmalige Sondereffekte bereinigte Konzerngewinn stieg um 14% auf 67,2 Mio EUR.

Das Wachstum sei vor dem Hintergrund des schwierigen Umfeldes befriedigend, erklärte das Unternehmen. Zu schaffen machen Stada weiter Regulation und Wettbewerb in zahlreichen nationalen Märkten. Neben Deutschland sind dies unter anderem Belgien, Großbritannien und Spanien.

Auf die gedämpfte Wachstumsdynamik habe das Unternehmen bereits mit operativen Maßnahmen reagiert, hieß es. So würden verschiedene Konzerneinheiten vertrieblich neu ausgerichtet, zudem sollen die Zielvorgaben für die kontinuierliche Kostenoptimierung überarbeitet werden.

Stada suche darüber hinaus unverändert nach passenden Akquisitionsobjekten, wie das Unternehmen erklärte. Vor diesem Hintergrund bleibe der Generikaanbieter optimistisch, in den kommenden Jahren erneut signifikantes Wachstum bei Umsatz und Ertrag zu erzielen.

Analysten zeigten sich in ersten Einschätzungen enttäuscht über die Ankündigungen. Dass Stada die Umsatzprognose für das laufende Jahr gesenkt habe, belaste die Aktie sehr stark, sagte Marc Schwammbach, Analyst bei der NordLB. Viele Anleger hätten offenbar die Bestätigung des Ziels eines prozentual zweistelligen Wachstums erwartet, meinte er. Er selbst habe hingegen nur mit einer Zunahme der Erlöse um 8,4% gerechnet und sei daher nicht enttäuscht.

Auch die Zahlen zu Umsatz und Konzerngewinn in den ersten sechs Monaten seien zwar etwas schwächer als von ihm prognostiziert ausgefallen, allerdings sei die Abweichung nicht sonderlich groß.

Auch für Analyst Carsten Kunold von Merck Finck & Co lagen die Eckdaten im Rahmen seiner Erwartungen. Der Ausblick sei allerdings eingetrübt. Das Wachstum im zweiten Halbjahr werde nun wohl deutlich niedriger erwartet als im ersten Halbjahr, sagte er. In Deutschland sei das Umfeld wohl sehr wettbewerbsintensiv. Kunold geht davon aus, dass die eingetrübten Aussichten den Aktienkurs auch in naher Zukunft belasten werden.








 
 



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