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29. Mai 2006

Sex.eu registriert: Das Domain-Grabbing geht in die nächste Runde



Freiburg - Die bei Start der .eu-Vergabe am 07.Dezember begehrteste Domain sex.eu mit 280 eingereichten vorliegenden Markenanträgen wurde nun dem ersten Antragsteller zugeteilt. Die anderen 279 Bewerber können jetzt innerhalb von 45 Tagen Widerspruch beim eigens für .eu-Domains eingerichteten Schiedsgericht in Prag einlegen. Da der Schätzwert der Domain bei um die zwei Millionen Euro liegt, ist das Interesse der anderen Antragsteller sehr hoch und es kann ein Schiedsgerichtsverfahren erwartet werden.

Die Domain sex.eu wurde im Rahmen der gesonderten Vorregistrierungsphase "Sunrise" beantragt, in der nur Markeninhaber einen Antrag stellen konnten. Da "sex" ein beschreibender Begriff des allgemeinen Wortschatzes ist, gab es viele Meinungen, dass solche Anmeldungen grundsätzlich sehr fraglich sind - vor allem weil es auch um sehr hohe Werte geht, die sich einige wohl zuhauf und systematisch zueigen machen wollten. Für einige der in der Sunrise-Phase gestellten Domainanträge konnten von den professionellen Antragstellern, die oft als Grabber bezeichnet werden, wohl aus zeitlichen Gründen keine Markenanträge mehr nachgereicht werden.

Diese nicht zugeteilten .eu-Domains werden nun ab 07. Juni in der "Landrush2" auf den "öffentlichen Markt" gegeben. Es handelt sich dabei grundsätzlich um wertvolle und interessante Domains, zumal diese schon in der Vorregistrierungsphase im Interesse standen. Die Domain-Vergabestelle Eurid kündigt bereits seit Wochen an, dass sie eine Liste mit allen wieder freiwerdenden Sunrise-Domains veröffentlichen wird. Dies blieb nun ganz plötzlich aus. Die Begründung: Man wolle den "Grabbern" nicht zuarbeiten.

"Aber genau das Gegenteil ist der Fall, weil der Normalbürger die freiwerdenden Domains ja gar nicht kennt. Außerdem ist es ihm angesichts der Millionen Kombinationen unmöglich von Hand nach diesen suchen. Der Normalbürger kann somit überhaupt keinen Antrag für eine solche Domain stellen", weiß Daniel Kollinger von der Initiative eudomaindesaster.org. Die Grabber hätten diese Domainlisten natürlich schon lange, "weil es sich zum größten Teil um ihre eigenen Domainanträge handelt, die abgelehnt worden sind", so Kollinger.




 

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