Studie: Erneuerbare Energien in Ostdeutschland besonders förderwürdig
Berlin - Erneuerbare Energien, Bio- und Nanotechnologie sollten in Ostdeutschland nach einer neuen Studie besonders gefördert werden. Die Untersuchung hält darüber hinaus präventive Gesundheitstechnologie, Optik sowie Informations- und Kommunikationsindustrie der neuen Länder für besonders förderwürdig. Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee, der als Ostbeauftragter der Bundesregierung die Studie am Donnerstag in Berlin vorstellte, nannte ergänzend die Auto- und Luftfahrtindustrie.
Er räumte ein, dass er über die Rangfolge mit den Autoren der Studie im Dissens sei, weil er die Auto- und Luftfahrtindustrie gerne weiter oben gesehen hätte. Die Wissenschaftlerin Marion Eich-Born, die die Studie mit dem Minister präsentierte, erklärte dagegen, viele der genannten Zukunftsfelder wirkten auf die «Altindustrien» zurück, und im übrigen werde die Luft- und Raumfahrtindustrie ohnehin bereits stark gefördert.
Der Untersuchung «Wirtschaftliche Zukunftsfelder in Ostdeutschland» der Universität Rostock zufolge sollten vornehmlich die bereits bestehenden Ansammlungen dieser Industrien etwa in Jena, Rostock, Dresden oder Frankfurt/Oder gefördert werden. Das habe unmittelbare positive Auswirkungen auch auf den ländlichen Raum. Vor allem komme es darauf an, «endogene Strukturen» im Osten zu fördern, also Industrie-Ansiedlungen, die in den neuen Ländern «zu Hause» seien und nicht von heute auf morgen «wie Nokia» ihre Standorte verlagern könnten.
Eich-Born nannte insbesondere die Solar- und Photovoltaik-Industrie, in der der Osten im Gegensatz zum Westen bereits über die gesamte "Strukturhierarchie verfüge. Hier lägen große Chancen, im globalen Markt bestehen zu können. «Die neuen Ländern können zum Solar Valley der Welt werden», erklärte sie.