Hunderte Bauern protestieren gegen Anhebung der Milchquote
Brüssel - Fast 1.000 Bauern haben am Montag beim Treffen der EU-Landwirtschaftsminister in Luxemburg für höhere Milchpreise demonstriert. Mit rund 250 Traktoren blockierten die Landwirte aus Deutschland, Belgien, Luxemburg, den Niederlanden und Frankreich die Straße vor dem Konferenzgebäude, in dem die Minister tagten. Die Demonstranten trugen Plastikkühe mit der Aufschrift «faire Milch» vor sich her, einige waren sogar als Kühe verkleidet.
Oliver Gromme vom rheinland-pfälzischen Landesverband des Bunds Deutscher Milchviehhalter (BDM) sprach von 1.000 Teilnehmern, das European Milk Board (EMB) von rund 700. Die Bauern bekräftigten in Luxemburg ihre Forderung nach einem Milchpreis von mindestens 40 Cent pro Liter: «Wir fordern für ganz Europa einen Preis von mindestens 400 Euro pro Tonne», sagte der französische Demonstrant Thomas Philippe. Joke Visser vom niederländischen Milchbauernverband sagte der Nachrichtenagentur AP: «Es ist sehr wichtig, dass wir einen starken Milchsektor haben, damit wir die Lebensmittelversorgung in Europa sichern können.»
Die Proteste der Bauern richteten sich gegen den Vorschlag der EU-Kommission, die Milchquote in den kommenden Jahren kontinuierlich auszuweiten und sie 2015 ganz abzuschaffen. «Es muss weiter eine Mengenbeschränkung geben», forderte Sonia Korspeter vom EMB. Die Bauern fürchten, dass bei einer Abschaffung der Quote so viel Milch produziert wird, dass die Preise weiter sinken. Eine Delegation der Demonstranten wurde von einem Berater des französischen Landwirtschaftsministers Michel Barnier empfangen, wie Korspeter berichtete. Frankreich hat derzeit die rotierende EU-Ratspräsidentschaft inne.
Kritik auch an der Bundesregierung
Die Bundesregierung setzt sich in den EU-Verhandlungen für die Einrichtung eines Milchfonds ein, aus dem Bauern unterstützt werden sollen, die durch die Ausweitung der Milchquote in Schwierigkeiten geraten. Das EMB wies dies als unzureichend zurück: «Wir wollen keine Subventionen in Form eines Milchfonds, sondern Rahmenbedingungen, die einen funktionierenden fairen Markt ermöglichen, in dem die Kosten der Milcherzeugung auf den Höfen bezahlt werden», erklärte EMB-Präsident Romuald Schaber.