Der frühere «Tagesschau»-Sprecher Wilhelm Wieben hat als junger Mann die Bewunderung von Mädchen genossen. Damals sei er vor allem von Mädchen angehimmelt worden, sagte der bekennende Homosexuelle dem «Zeit»-Magazin. Sie hätten ihn wegen seiner «hübschen Augenbrauen bewundert», führte der 73-Jährige aus. «Das war mir natürlich nicht unangenehm.»
Dass Inge Meysel seine Homosexualität 1995 öffentlich bekanntmachte, hat er seiner langjährigen Freundin nicht übelgenommen: «Geoutet werden kann ja nur, wer etwas zu verbergen hat», erklärte Wieben. In seinem privaten Umfeld sei er ohnehin schon früher offen damit umgegangen. Mit 40 habe er eine «Erleuchtung der fast religiösen Art gehabt», als er in Hamburg die Elbchaussee entlang gefahren sei und beschlossen habe, sich fortan so zeigen, wie er sei.
Eine Lebensgemeinschaft in einer Wohnung kann Wieben nach eigenen Worten nicht ertragen. «Ich hatte als Kind nie ein eigenes Zimmer, nie ein eigenes Bett, deswegen brauche ich meinen Freiraum». 14 Tage habe er einmal mit einem Mann zusammengelebt: «Es war eine Katastrophe.»
