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28. August 2008
Ärztepräsident dringt auf mehr Geld für Mediziner


Berlin - Bundesärztekammer-Präsident Jörg-Dietrich Hoppe hat die Bundesregierung aufgerufen, die in Aussicht gestellte Erhöhung der Ärztehonorare um 2,5 Milliarden Euro gegen den Widerstand der Kassen durchzusetzen. «Die Politik sollte zu ihrer Zusage stehen und dafür sorgen, dass das zugesagte Geld auch wirklich kommt», sagte Hoppe der «Financial Times Deutschland» vor den abschließenden Verhandlungen zwischen Ärzten und Kassen am Donnerstag in Berlin.

Ärzte müssten für medizinisch notwendige Leistungen gerecht vergütet werden, damit sie nicht gezwungen seien, immer mehr auf privat finanzierte Zusatzleistungen auszuweichen, argumentierte Hoppe. Das sei wichtig für die medizinische Versorgung und für das Vertrauensverhältnis zwischen Patienten und Ärzten.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der Spitzenverband der Krankenkassen hatten am Mittwoch ihre Verhandlungen über eine Honorarreform für die rund 150.000 niedergelassenen Ärzte wieder aufgenommen. Ob sie wie erhofft bis Donnerstagabend zu einer Einigung kommen, war noch nicht abzusehen.

Die KBV fordert 4,5 Milliarden Euro mehr Geld für die Ärzte und findet einen Schlichtervorschlag, den sie auf 1,4 Milliarden beziffert, unzureichend. Zumindest müssen aus ihrer Sicht die von der Politik zugesagten 2,5 Milliarden Euro herauskommen. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt rechnet mit einer Einigung. Nach ihren Worten wären laut Expertenschätzung zehn Prozent mehr Geld nötig, um den Vorgaben der Reform gerecht zu werden. Bei einer bisherigen Honorarsumme von 24 Milliarden Euro entspricht das in etwa den in Aussicht gestellten 2,5 Milliarden.

Im Rahmen der Honorarreform sollen ärztliche Leistungen künftig auch klar in Euro und Cent beziffert werden. Ärztepräsident Hoppe kritisierte, dass aufgrund der heute nachträglich veränderbaren Punktwerte nur 62 Prozent der erbrachten Leistungen auch tatsächlich bezahlt würden. «Das Budget muss erhöht werden», forderte er.








 
 



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