Madonna ist in Berlin. Die Queen of Pop landete am Mittwochabend in der Hauptstadt und bereitete sich am Donnerstag in einem Hotel auf ihr mit Spannung erwartetes Konzert am Abend im Olympiastadion vor. Im Laufe des Tages war ein Soundcheck geplant.
Es ist der erst dritte Auftritt im Rahmen ihrer Welttournee «Sticky and Sweet» und das erste Konzert in Deutschland. An der Abendkasse waren nach Angaben der Konzertagentur Marek Lieberberg noch Karten zu haben.
Im Gefolge hat die 50-Jährige einen Hofstaat von 250 Mitarbeitern. Medienberichten zufolge hat die Sängerin fast die komplette achte Etage des Luxus-Hotels «The Regent» am Gendarmenmarkt gebucht und sich extra einen Konferenzraum in ein Fitness-Studio umbauen lassen.
Zum Auftakt ihrer Tournee hatte am Samstag im britischen Cardiff hatte Madonna den konservativen US-Präsidentschaftsbewerber John McCain mit einer Bildershow in eine Reihe mit Adolf Hitler gestellt - und wie gewünscht weltweit Schlagzeilen geerntet.
Madonna wechselt während der zweistündigen Show acht Mal ihre Garderobe, wobei ihr fünf Helfer zur Seite stehen. Umringt wird sie auf der Bühne von 16 Tänzern und zwölf Musikern. 3.500 Kleidungsstücke wurden von 36 Designern speziell für die Queen of Pop und ihre Tänzer entworfen. Weitere Stationen in der Bundesrepublik sind Düsseldorf am 4. September und Frankfurt am Main am 9. September.
Vor wenigen Wochen erst hatte Berlin den Hype um den Besuch von US-Präsidentschaftbewerber Barack Obama hinter sich gebracht; zuvor hatte im Dezember die für ihre Partyexzesse berühmte Millionenerbin Paris Hilton die Hauptstadt auf Trab gehalten.
Um das persönliche Wohlbefinden der Fitnessfanatikerin kümmern sich ein persönlicher Trainer, eine Masseurin sowie ein Chiropraktiker. Das erscheint angebracht, denn während ihrer neuen Show versucht sich Madonna im Breakdance und tanzt lasziv an einer Stange.
Metal-Version des Klassikers «Borderline»
In ihrer neuen Show blickt Madonna immer wieder auf ihre drei Jahrzehnte währende Karriere und ihre vielen Verwandlungen zurück. So tragen die Tänzer ihre früheren Outfits, wie den von «Material Girl» oder «Blond Ambition», und versinken danach zu den Klängen von «She"s Not Me» von der Bühne. Die Show mischt Gangsta-Rap mit Folkmusic und Rave. Die Fans hören zudem eine Heavy-Metal-Version des Klassikers «Borderline», während zu «La Isla Bonita» Flamenco-Tänzer über die Bühne wirbeln.
Die «Sticky and Sweet»-Tour wird Madonna bis einschließlich September quer durch Europa führen. Im Oktober steht Nordamerika auf dem Programm, am 18. Dezember ist das Abschlusskonzert in Brasilien geplant. Der Aufwand ist enorm: 30 Trucks kutschieren das Equipment von Stadt zu Stadt, mit an Bord sind allein 69 Gitarren und vier große Kühlschränke.
Zuletzt war Madonna 2006 mit «Confessions» auf Tour gegangen. Damals sorgte sie mit einem Auftritt vor einem Kruzifix für Empörung. Mehr als 200 Millionen Tonträger hat Madonna in ihrer 25-jährigen Karriere verkauft, umjubelte Welttourneen absolviert und in 22 Filmen mitgewirkt, von denen allerdings fast alle floppten.
