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28. August 2008
Hermann Gröhe: Riesenschritt in der Karriere


Berlin - Hermann Gröhe hat bereits das hinter sich, was gemeinhin als zielstrebige Karriere bezeichnet wird. Von der Schüler Union arbeitete er sich in den Bundestag vor. Justiziar der CDU/CSU-Bundestagsfraktion ist er dort unter anderem und darf sich damit zum engeren Führungskreis der Fraktion zählen. Jetzt steht Gröhe vor einem Karriere-Riesenschritt: Offiziell bestätigt ist es zwar noch nicht, doch der Abgeordnete Gröhe steht als neuer Staatsminister im Kanzleramt so gut wie fest.

«In Berlin, da bin ich bei gutem Wetter gerne draußen auf dem Gendarmenmarkt und genieße die herrliche Umgebung», erzählt der 47-Jährige in einem Videoporträt auf seiner Homepage. Sollte er tatsächlich die Nachfolge von Hildegard Müller antreten, die am 1. Oktober als Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung zum Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft wechselt, wird ihm dafür nicht mehr viel Zeit bleiben. Denn Staatsminister im Kanzleramt zu sein, heißt auch, eine der Schaltstellen der Macht im politischen Berlin zu besetzen.

Fraglich ist dann auch, ob Gröhe wie gewohnt Zeit findet, seinen Wahlkreis und damit seine nordrhein-westfälische Heimat zu besuchen. Gröhe wurde am 25. Februar 1961 in Uedem, Kreis Kleve, geboren, sein Wahlkreis umfasst die Städte Dormagen, Grevenbroich und Neuss sowie die Gemeinde Rommerskirchen. In Neuss wohnt der verheiratete Vater von vier Kindern.

Als Schüler am Neusser Quirinus-Gymnasium trat Gröhe bereits der Schüler Union bei, er wurde Vorsitzender der Jungen Union im Kreis Neuss und schließlich Kreistagsabgeordneter. Auch während seines des Studiums der Rechtswissenschaften an der Universität Köln war Gröhe in der Fachschaftsvertretung und im Studentenparlament politisch tätig.

Bundesweit machte Gröhe ab 1989 als Vorsitzender der Jungen Union Deutschlands auf sich aufmerksam. 1994 wurde er erstmals in den Bundestag gewählt und war dort unter anderem vier Jahre lang Sprecher der Jungen Gruppe in der Unionsfraktion.

Von 1998 bis 2005 war Gröhe Sprecher für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe der Fraktion. Ende November 2005 wählten ihn seine Abgeordnetenkollegen zum Justiziar der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Im April 2006 bestellte ihn die Fraktion zudem zum Obmann für den BND-Untersuchungsausschuss.

Der bekennende Christ ist Mitglied der Synode und des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Vorsitzender des Diakonischen Werkes in Neuss und Mitherausgeber des evangelischen Magazins «Chrismon».

Hinter den Kulissen in Berlin wird gemutmaßt, dass die Personalie offiziell bei einer der Fraktionssitzungen im September bekanntgegeben wird. Kanzlerin Angela Merkel würde damit auch ein Zeichen für den Wahlkampf setzen. Gröhe gilt als Befürworter einer schwarz-grünen Koalition auf Bundesebene.








 
 



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