Die Ausrüstung und das Sicherheitskonzept der Bundeswehr in Afghanistan müssen nach Ansicht des Wehrbeauftragten des Bundestags, Reinhold Robbe, immer wieder neu auf den Prüfstand gestellt werden. Die Soldaten müssten sich immer neuen technischen und taktischen Herausforderungen stellen, sagte Robbe laut der «Passauer Neuen Presse». Dies zeige der Anschlag vom Mittwoch, bei dem ein Bundeswehrsoldat getötet und drei weitere verletzt wurden.
«Nach jedem Anschlag muss genau untersucht werden, ob die Sicherheitslage noch verbessert werden kann», wurde er weiter zitiert. Den Anschlag nannte Robbe «feige und hinterhältig». Verlässliche Hinweise, dass die deutschen Truppen verstärkt Ziel von Anschlägen seien, gebe es nicht, sagte der Wehrbeauftragte.
Der Bundeswehrverband geht indes davon aus, dass die Nachrichten über Anschläge auf deutsche Soldaten zahlreiche mögliche Bewerber für die Truppe abschrecken. «Bei Unteroffizieren und Mannschaften ist die Zahl der Anwärter im Vergleich zum Vorjahr um über 50 Prozent gesunken», sagte der stellvertretende Vorsitzende des Bundeswehrverbandes, Ulrich Kirsch, der «Neuen Osnabrücker Zeitung» zufolge.
Der erneute «hinterhältige Anschlag» gegen Bundeswehrsoldaten zeige, dass Tod und Verwundung Teil des Einsatzes am Hindukusch seien. Darauf müsse die Bundesregierung mit verstärkten Anstrengungen beim Aufbau eines funktionierenden Polizeiapparates, aber auch mit weiteren, verbesserten Schutzmaßnahmen für die Soldaten reagieren, erklärte Kirsch.
Beim schwersten Anschlag auf die Bundeswehr in Afghanistan in diesem Jahr war am Mittwoch ein deutscher Fallschirmjäger getötet worden. Vier weitere Soldaten des Fallschirmjäger-Bataillons 263 wurden verletzt, als ihre Patrouille bei Kundus in eine Sprengfalle geriet.
