Amerikanische Soldaten haben am Flughafen von Bagdad einen schiitischen Mitarbeiter der irakischen Regierung festgenommen. Die Soldaten hätten Ali al Lami, den Vorsitzenden eines Regierungsausschusses, nach der Landung abgeführt, sagte ein Mitglied des Ausschusses, Kaiser Watut. Die US-Streitkräfte bestätigten die Festnahme eines Mannes, der möglicherweise in einen Bombenanschlag im Juni verwickelt gewesen sei. Vier Amerikaner und sechs Iraker wurden damals getötet.
Lami ist Vorsitzender der Nationalen Kommission zur Entbaathifizierung. Watut verurteilte die Festnahme des Politikers und erklärte, Lami sei ein gemäßigter Regierungsvertreter. Der schiitische Politiker kehrte am Mittwoch aus dem Libanon zurück, wo er sich medizinisch behandeln ließ. Er wurde kurz nach dem Aussteigen aus dem Flugzeug festgenommen. Am 24. Juni explodierte eine Bombe in einem Verwaltungsgebäude im Bagdader Stadtteil Sadr City. Zwei US-Soldaten und zwei amerikanische Zivilpersonen waren unter den Todesopfern. Der Verdacht fiel auf die schiitischen Wachleute. Das irakische Verteidigungsministerium erklärte, Ziel des Anschlags seien offenbar irakische Behördenmitarbeiter und nicht die Amerikaner gewesen.
Der schiitische Geistliche Muktada al-Sadr verlängerte unterdessen die Waffenruhe seiner weitgehend aufgelösten Mahdi-Miliz auf unbestimmte Zeit. In einer Erklärung, die von einem Mitarbeiter in Nadschaf verlesen wurde, hieß es, jeder, der den Waffenstillstand verletze, werde nicht länger als Teil der Mahdi-Miliz betrachtet. Die Miliz hatte im vergangenen Jahr eine einseitige Waffenruhe ausgerufen und seitdem immer wieder verlängert.
