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28. August 2008
(Update) - Allianz und Commerzbank berufen Aufsichtsräte ein


Frankfurt - Die Entscheidung über den Verkauf der angeschlagenen Allianz-Tochter Dresdner Bank könnte am Wochenende fallen. Allianz und Commerzbank beriefen ihre Aufsichtsräte für Sonntag zu außerordentlichen Sitzungen ein, wie Sprecher in Frankfurt und München am Donnerstag bestätigten. Der Allianz-Betriebsratschef und -Aufsichtsrat Peter Kossubek forderte von der Commerzbank Arbeitsplatzgarantien. Andernfalls will er einen Verkauf der Dresdner an die chinesische Staatsbank CDB unterstützen.

Wenn dagegen die Commerzbank den Zuschlag bekomme, drohe ein schmerzhafter Stellenabbau, sagte Kossubek der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung». «Ich würde die CDB unterstützen, falls es von der Commerzbank nicht weitgehende Arbeitsplatzgarantien geben sollte», erklärte der Betriebsratschef. Er erwarte, dass auch die anderen fünf Arbeitnehmervertreter in dem zwölfköpfigen Kontrollgremium diese Position vertreten: «Ich denke, das ist Konsens.» Die Gewerkschaft ver.di sieht bis zu 12.000 Stellen in den Frankfurter Bankzentralen, in Filialen und in der hohe Verluste schreibenden Investmentsparte Dresdner Kleinwort in Gefahr.

Lange Debatte erwartet

Finanzkreisen zufolge ist bei der Allianz noch keine Entscheidung oder Vorentscheidung über die Zukunft der Dresdner Bank gefallen. Der Aufsichtsrat des Versicherungskonzerns soll am Sonntag um 14.00 Uhr zusammentreten. Es wird eine lange Debatte erwartet.

Die Allianz hatte die Dresdner 2001 für 24 Milliarden Euro gekauft, um einen Allfinanzkonzern mit gemeinsamen Vertriebskanälen zu schaffen. Aber die Bank steht heute nur noch mit 10,5 Milliarden Euro in den Büchern der Allianz, und ihre Verluste werden dem Versicherungskonzern dieses Jahr erneut den Gewinn verhagelt. Allianz-Chef Michael Diekmann hat unter dem wachsenden Druck der Aktionäre eine rasche Lösung in Aussicht gestellt.

Dresdner und Commerzbank haben seit Monaten gegenseitig ihre Bücher geprüft und auf versteckte Risiken aus der Finanzmarktkrise abgeklopft. Die Commerzbank will die Dresdner unbestätigten Berichten zufolge in zwei Schritten übernehmen, die Allianz bliebe zunächst mit rund 30 Prozent beteiligt. Die China Development Bank (CSB) biete aber einen höheren Preis, würde bar bezahlen und weniger Stellen streichen, hatte die FAZ berichtet. Außerdem biete die Staatsbank dem Versicherungskonzern attraktive Vertriebsmöglichkeiten im Wachstumsmarkt China.








 
 



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