Mit Gleitsichtgläsern und neuen Filialen trotzt der Brillenhersteller Fielmann der Konjunkturschwäche. Für das erste Halbjahr 2008 meldete das Unternehmen mit Sitz in Hamburg am Donnerstag einen deutlichen Zuwachs bei Umsatz und Gewinn. Das zweite Quartal sei ein Rekordquartal. Für das gesamte Geschäftsjahr hat Fielmann beim Außenumsatz die Marke von einer Milliarde Euro im Visier. Parallel dazu stockt der deutsche Marktführer weiter auf: In diesem Jahr sollen insgesamt 500 neue Arbeitsplätze entstehen.
Rund drei Millionen Brillen verkaufte Fielmann von Januar bis Juni. Der Außenumsatz inklusive Mehrwertsteuer erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 7,8 Prozent auf 532,3 Millionen Euro, der Konzernumsatz um 8,2 Prozent auf 451,2 Millionen. Der Jahresüberschuss stieg sogar um 67,4 Prozent auf 56,2 Millionen Euro.
Dazu trug ein besonders starkes zweites Quartal bei: Von April bis Juni betrug der Gewinn nach Steuern 29,1 Millionen Euro und lag damit 82,2 Prozent über dem Vorjahresquartal.
Als einen Grund für den Halbjahresgewinn nannte der Konzern die Unternehmenssteuerreform, nach der der Steuersatz von 39,8 Prozent auf 29,9 Prozent gesunken ist. Weitere Gründe für den Zuwachs seien der Anstieg des Geschäfts mit hochwertigen Gleitsichtgläsern, eine Optimierung der Produktivität sowie niedrigere Werbekosten als im Vorjahr sowie die andauernde Expansion.
500 neue Arbeitsplätze in diesem Jahr
Fielmann betrieb nach eigenen Angaben zum Ende des ersten Halbjahres 607 Niederlassungen und beschäftigte rund 11.800 Mitarbeiter. Bis Jahresende will der Brillenhersteller mehr als 500 weitere Arbeitsplätze schaffen. Mit derzeit rund 1.800 Lehrlingen stellt Fielmann nach eigenen Angaben 29 Prozent aller Ausbildungsplätze im augenoptischen Handwerk hierzulande.
Insgesamt erwartet der Optikkonzern, der nach eigenen Angaben jede zweite Brille in Deutschland verkauft, für 2008 eine Ausweitung von Umsatz und Gewinn. Das Ergebnis werde deutlich zweistellig gesteigert, hieß es.
Der Kurs von Fielmann legte am Donnerstag an der Frankfurter Börse leicht zu: Die Aktie kostete zeitweise 52,08 Euro und lag damit 3,25 Prozent über dem Preis vom Vortag. Angesichts der Geschäftsentwicklung hatte die Hauptversammlung im Juli die Zahlung einer Dividende in Höhe von 1,40 Euro je Aktie beschlossen, ein Plus von 16,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
