Die milliardenschwere Rettungsaktion des Landes Nordrhein-Westfalen und der Sparkassen hat der angeschlagenen WestLB erst einmal wieder Luft verschafft. Für das erste Halbjahr 2008 wies das Geldinstitut am Donnerstag einen Konzerngewinn von 580 Millionen Euro aus, das ist ein Plus von fast 750 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr. Auch für das Gesamtjahr erwarte die WestLB trotz der abflauenden Konjunktur und der Marktunsicherheiten ein deutlich positives Ergebnis nach Steuern, hieß es in der Zwischenbilanz.
Wesentlich geprägt wurde das Halbjahresergebnis durch die von den Eigentümern der Bank getragene Risikoabschirmung für die Folgen der Subprime-Krise. Die damit verbundene Veräußerung von besonders betroffenen Wertpapierportfolios an eine Zweckgesellschaft bescherte der WestLB im ersten Halbjahr eine Übertragungsgewinn von 962 Millionen Euro.
Fortschritte bei der Neuausrichtung des Geschäfts
Die WestLB sei damit von diesen Risiken weitgehend befreit, betonte WestLB-Chef Heinz Hilgert. Allerdings könnten die Auswirkungen der Finanzkrise auf klassische Rentenpapiere wie Pfandbriefe oder Staatsanleihen das Unternehmen auch im weiteren Jahresverlauf belasten. Dennoch erwarte der Konzern für das Gesamtjahr ein positives Ergebnis nach Steuern, sagte Finanzvorstand Hans-Jürgen Niehaus.
Fortschritte sieht der Konzern auch bei der Neuausrichtung des Geschäfts. Dies gelte nicht zuletzt für die verstärkte Zusammenarbeit mit den Sparkassen. So habe die auf das Ratenkreditgeschäft spezialisierte WestLB-Tochter readybank AG innerhalb weniger Wochen eine Vertriebskooperation mit 55 Sparkassen abschließen können. Damit sei sie bereits mit der Hälfte der Sparkassen in Nordrhein-Westfalen im Geschäft.
Mit der Neuausrichtung gehe die WestLB gut gerüstet in die zu erwartenden Veränderungsphase im Landesbankensektor, meinte Hilgert.
