Tausende Demonstranten haben am Donnerstag den dritten Tag in Folge den Regierungssitz in Bangkok besetzt gehalten und sich dort weiter verbarrikadiert. Die Anhänger der Volksallianz für Demokratie (PAD) wollen das Gelände nicht eher verlassen, bis die Regierung von Ministerpräsident Samak Sundaravej zurückgetreten ist. Die Demonstranten bildeten auch eine Menschenkette um mehrere PAD-Führungsmitglieder, gegen die die Behörden einen Haftbefehl erwirkt haben. Ihnen werden Landfriedensbruch und Verschwörung zur Last gelegt.
Im Regierungssitz und umliegende Straßen hielten sich am Donnerstag immer noch bis zu 10.000 Demonstranten auf. Auf dem Gelände waren auch etwa 1.000 Polizisten, die sich aber seit einem kurzen Schlagstockeinsatz am Mittwoch zurückgehalten haben. Die Demonstranten befürchteten aber, dass die Polizei nach einem Gerichtsbeschluss nun härter vorgehen könnte. Dutzende PAD-Mitglieder standen mit Stöcken und Golfschlägern bewaffneten an den Toren Wache, Tore wurden verriegelt und Barrikaden aus Reifen errichtet. Das Zivilgericht von Bangkok ordnete am Mittwochabend an, dass die PAD-Anhänger den von ihnen besetzten Sitz der Regierung sofort räumen sollten.
Polizeichef Suraphol Thuanthong sagte, die Behörden wollten den Demonstranten Zeit geben, den Regierungssitz freiwillig zu räumen. Falls dies nicht geschehe, werde man aber zur Gewalt greifen, um den Platz für eine am Samstag geplante Zeremonie mit der Königsfamilie zu räumen.
Das Bündnis konservativer Monarchisten verlangt den Rücktritt von Ministerpräsident Sundaravej, dem Korruption vorgeworfen wird. Die Regierungsgegner sehen in Samak eine Marionette des früheren Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra, der bei dem Militärputsch von 2006 gestürzt und ins Exil gezwungen wurde.
