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28. August 2008

Niedriger Verbrauch geht vor Sicherheit



Berlin - Beim Neuwagenkauf ist den Deutschen ein niedriger Kraftstoffverbrauch wichtiger als Sicherheit, Motorleistung und Komfort. Dies geht aus einer Umfrage hervor, die der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) am Donnerstag in Berlin vorstellte. Demnach verlangen 83 Prozent der Bundesbürger von der Regierung auch, dass sie die Autoindustrie zur Herstellung verbrauchsärmerer Fahrzeuge zwingt.

Der vom Brüsseler Meinungsforschungsinstitut tns-opinions erstellten Repräsentativumfrage zufolge schauen 67 Prozent der Deutschen beim Kauf eines neuen Autos zuerst auf den Verbrauch. 42 Prozent ist die Sicherheit wichtig, Motorleistung und Komfort kamen auf zwölf und elf Prozent. Für technische Maßnahmen zur Verbrauchsreduzierung würden Neuwagenkäufer demnach durchschnittlich 14 Prozent mehr Geld ausgeben.

«Die Ergebnisse der Umfragen belegen eindrucksvoll, dass die deutsche und die europäische Bevölkerung auf eine neue Modellpolitik der europäischen Automobilhersteller warten», sagte der BUND-Verkehrsexperte Werner Reh. Es sei «ein Skandal, wie derzeit die deutschen Abgeordneten im Europaparlament, insbesondere die der CDU und CSU, eins zu eins die Interessen der Autoindustrie verfolgen und - anstatt die Markteinführung sparsamer und klimaschonender Neuwagen zu forcieren - die Grenzwerte verwässern und ihre Einführung bis ins Jahr 2015 verzögern wollen.»

Die EU-Kommission will den CO2-Ausstoß von Neufahrzeugen bis 2012 auf durchschnittlich 120 Gramm pro Kilometer senken. Ein Großteil der Reduzierung bis auf 130 Gramm soll durch eine Verbesserung der Motorenleistung erreicht werden, für die verbleibende Minderung um zehn Gramm können moderne Reifentechnik und die Nutzung von Biodiesel angerechnet werden.

Die Umfrage wurde den Angaben zufolge parallel auch in Italien, Spanien, Frankreich und Großbritannien in Auftrag gegeben. Im Durchschnitt finden es 87 Prozent der befragten Europäer dringend erforderlich, einen CO2-Grenzwert von 120 Gramm pro Kilometer einzuführen. In Frankreich wollen dies sogar 92 Prozent der Befragten. 55 Prozent der Deutschen sehen in diesem Grenzwert den besten Weg, Spritsparautos durchzusetzen. 25 Prozent glauben, dass Steueranreize, zehn Prozent, dass bessere Verbraucherinformation hierbei zielführend seien.






 

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