Die deutsche Pharmabranche macht in der Medikamentenentwicklung wieder Boden gut. Nach einem Vorabbericht des "Handelsblatts" nimmt Deutschland in der klinischen Forschung, das heißt der Untersuchung von neuen Wirkstoffen am Menschen, im europäischen Vergleich seit 2007 erstmals wieder eine Spitzenstellung ein vor Großbritannien.
In den drei Jahren seit 2004 wurden insgesamt rund 3.900 klinische Studien durchgeführt, gegenüber 3.750 in Großbritannien, dem bisherigen Spitzenreiter. Italien folgt mit 2.200 auf Platz drei.
Die Forschungs-Ausgaben der Pharmahersteller in Deutschland stiegen 2007 von 5,4 Mrd USD auf 6 Mrd USD und haben sich seit Anfang des Jahrzehnts damit fast verdoppelt. Der negative Trend der 1980er und 1990er Jahre, als die deutsche Pharmaforschung stetig an Boden verloren hatte, konnte damit umgekehrt werden.
Auch die Zahl der Patentanmeldungen im Pharmabereich habe in den letzten Jahren stärker zugenommen als an anderen Pharmastandorten, heißt es in einer Studie von Pricewaterhouse Coopers und des Hamburgischen Weltwirtschafts-Instituts. Dies könne als "Frühindikator" für die Innovationsfähigkeit angesehen werden.
