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28. Juli 2008
AUA-Aktie profitiert mit Kurssprung von Übernahmefantasie


Wien - Die Aktie der Austrian Airlines AG (AUA) befindet sich zum Wochenauftakt im Höhenflug. Im Prime Markt der Wiener Börse klettert die Aktie bis 12.52 Uhr MESZ um 12,4% auf 3,90 EUR. Beobachter führen den Kurssprung der AUA-Aktie, die in den vergangenen Wochen und Monaten stark unter Druck stand, auf positive Analystenbewertungen und auf Übernahmefantasie zurück.

Beflügelt wurde der Kurs zum einen durch die Hochstufung der AUA-Aktie durch die Citigroup auf "Hold" von zuvor "Sell". Das neue Kursziel lautet nun 3,50 (2,90) EUR. Positive Analystenbewertungen waren laut Beobachter bei dem Unternehmen zuletzt rar, denn mit den Erstquartalszahlen hatte die AUA einen überraschend hohen Verlust geschrieben. Auch war ein sicher geglaubter Einstieg eines saudisch-österreichischen Investors bei der Fluglinie gescheitert.

Nun rückt ein Verkauf der Austrian Airlines aber offenbar immer näher. Am Montag will sich der AUA-Aufsichtsrat mit einem Gutachten der Boston Consulting Group (BCG) befassen, der strategische Optionen für die AUA nennen will. Im Anschluss an die Sitzung will der Aufsichtsrat die Öffentlichkeit über die "strategischen Optionen" informieren und zudem Eckdaten zum ersten Halbjahr präsentieren. Das Gutachten soll nach Prüfung mehrerer Partner-Varianten die deutsche Lufthansa als Partner für die AUA favorisieren.

Sollte sich der Aufsichtsrat für einen strategischen Partner entscheiden, dann ist als nächstes die Politik am Zug. In der nächsten Sitzung des Ministerrats der Koalitionsregierung aus SPÖ und ÖVP am 12. August müsste ein Privatisierungsauftrag an die Verstaatlichtenholding ÖIAG, die 42,75% an der AUA hält, beschlossen werden.

Ob ein solcher Privatisierungsauftrag tatsächlich zustande kommt, ist angesichts des Platzens der Regierung und der auf den 28. September vorverlegten Nationalratswahl allerdings fraglich. Während die ÖVP für einen strategischen Partner eintritt, hatte sich die SPÖ in der Vergangenheit stets negativ über solche Pläne geäußert.

Die Zeitung "Financial Times Deutschland" schreibt am Montag, die staatliche chinesische Fluggesellschaft Air China sondiere Chancen für einen Einstige bei der AUA. Hochrangige Manager von Air China seien in der Vorwoche zu Gesprächen mit Bankern und Politikern in Wien gewesen, um einen Einstieg bei Austrian Airlines zu prüfen. Die Deutsche Lufthansa hat sich bislang nicht konkret zu ihren Plänen hinsichtlich der möglicherweise zum Verkauf stehenden Fluggesellschaft Austrian Airlines geäußert. Die AUA müsse erst einmal selbst wissen, was sie möchte, hatte Lufthansa-Vorstandsvorsitzender Wolfgang Mayrhuber Mitte Juni in Frankfurt gesagt und damit zuvor gemachte Angaben wiederholt.

Ob Lufthansa ein "logischer" Partner für den Wettbewerber sein könne, müssten erst einmal die Österreicher entscheiden. Es würden noch keine Verhandlungen mit der österreichischen Beteiligungsholding ÖIAG geführt, sagte Mayrhuber im Juni. Die Mehrheitsgesellschafterin sei noch nicht auf die Lufthansa zugekommen.

Die Stellungnahmen von ÖIAG und AUA waren am Berichtstag nicht zu erhalten.








 
 



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