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28. Mai 2008
Erfinder von Protestbändchen für Menschenrechte kritisiert IOC-Verbot


Frankfurt - Der Athlet und Menschenrechtsaktivist Stefan Pfannmöller hat das IOC-Verbot von Protest-Armbändchen bei den Olympischen Spielen in Peking kritisiert. «Es ist quasi effektiver Protest verboten worden», sagte der Bronzemedaillengewinner im olympischen Kanu-Slalom von 2004 der Nachrichtenagentur AP. Pfannmöller vertreibt grünblaue Silikonbändchen mit der Aufschrift «Sports for Human Rights» (Sport für Menschenrechte) über das Internet, um für die Achtung der Menschenrechte in China zu protestieren.

Nach den neuen Richtlinien zur Charta des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) dürfen die Sportler die Bändchen nicht in den Wettkampfstätten tragen. Nach Angaben des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) sieht das IOC darin eine verbotene Demonstration politischer Propaganda.

Pfannmöller geht davon aus, dass die Sportler ihre Meinung wegen des Verbots noch stärker in den Medien äußern werden. «Ich glaube, damit macht man es den Sportlern nicht einfacher, weil jetzt jeder im Interview nach seiner Position gefragt werden wird», erklärte er. Laut DOSB dürfen Athleten die Bändchen in keinem Bereich tragen, für den eine Akkreditierung nötig ist. Dazu gehören demnach unter anderem Wettkampfstätten, Aufwärmbereiche, das Olympiadorf und die Medienzentren.

Protestbändchen bereits rund 60.000 Mal bestellt

Bislang gingen Pfannmöller zufolge über das von ihm gegründete Internetportal «Netzathleten» etwa 60.000 Bestellungen für das Protestbändchen ein. Unter den Bestellern seien auch deutsche Athleten, die damit in Peking ihre ablehnende Haltung zur chinesischen Tibet-Politik symbolhaft zeigen wollten, ohne explizit zu werden, sagte Pfannmöller.

Trotz des Verbots wertete er die Aktion als Erfolg. Das hätten ihm die weiterhin hohen Bestellzahlen sowie die positive Resonanz von Schulen und Eventveranstaltern bestätigt. Peking sei nur eine Komponente der Aktion gewesen, erklärte er: «Wichtig war, dass die Sportler auch hier in Deutschland sagen konnten, dass ihnen das Thema Menschenrechte nicht egal ist.»






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